Bahn poliert das Netz, um Kasse zu machen
2.3.2007: Perspektivisch will die DB Netz AG weniger Geld für Instandhaltungsarbeiten ausgeben und mehr Geld für die Nutzung der Schienentrassen einnehmen. Die DB Netz AG sei noch die einzige Tochter, die nicht profitabel ist.
Teurer wird der Bahnverkehr damit vor allem für die Konkurrenten des DB-Konzerns und ganz besonders für den Güterverkehr. Beim Personenverkehr kann sich die Bahn keinen Wachstum vorstellen, wohl aber beim Güterverkehr – deshalb wird dort abkassiert. Beschädigt wird damit das politische Ziel, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen.
Das kritisiert das Bündnis "Bahn für Alle" in einer aktuellen Pressemitteilung. An diesem Beispiel wird deutlich, dass privatwirtschaftliches Gewinninteresse und gesellschaftliche Daseinsvorsorge nicht zusammen passen. Eine bessere Bahn kann es nur in öffentlicher Hand geben!
Die Zukunft der Bahn wird auch gefährdert durch die Lenkung der Sanierungsmittel auf wirtschaftliche Strecken. Nebengleise, die wenig Geld einbringen, werden kaum gepflegt. Damit verhindert die Deutsche Bahn AG, dass dort mehr Verkehr stattfinden kann. Und wenn es die bis dahin verrrotteten Gleise doch wieder braucht, muss der Bund, nicht die DB AG, für die Wiederherstellung zahlen.
Bundestagsabgeordnete von Grünen, FDP und CDU werfen der Bahn vor, das Netz nicht ordentlich gepflegt zu haben.
Bahn-Vorstand Stefan Garber gibt sich eingeschnappt. Er weist die Vorwürfe des Bundesrechnungshofes und der Abgeordneten zurück: "Um es mal ganz klar zu machen: Wir haben kein marodes Schienennetz."
Link zu unserer Pressemitteilung
Eine Übersicht der betroffenen Linien je Bundesland bietet die Süddeutsche Zeitung als Powerpoint-Präsentationen.
Interview im Spiegel mit Pro-Bahn-Chef Karl-Peter Naumann










