Presseschau vom 22.06.2007
Verfassungsrechliche Bedenken gegen Bahn-Privatisierungsgesetz angeblich ausgeräumt
Am 20.Juni meldete die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise, dass die verfassungsrechtlichen Bedenken gegen das Bahn-Privatisierungsgesetz so gut wie ausgeräumt seien. Diese Nachricht wurde am 22.06. von einer Reuters-Meldung konkretisiert. Das Bundesverkehrsministerium hatte nach der Expertenanhörung im Bundestag Mitte Mai den Gesetzentwurf überarbeiten wollen und habe nun angeblich auch Kritiker im Justiz- und Finanzministerium von der Verfassungskonformität des Gesetzentwurfes überzeugen können. Diese Nachricht überrascht, hatten sich doch vergangene Woche noch Minister verschiedener Ressorts und weitere Abgeordnete brüskiert gezeigt von der mangelnden Berücksichtigung zahlreicher Kritikpunkte bei der Überarbeitung des Gesetzentwurfs (vgl. Presseschau vom 15.06.2007).
Förderland vom 20.06.2007: Regierung kommt mit Gesetz zur Bahnprivatisierung offenbar voran
Reuters vom 22.06.2007: Koalition hält Bahn-Börsengang nun für verfassungsmäßig
Manager-Magazin vom 17.06.2007: Wachsender SPD-Widerstand gegen Bahn-Privatisierung - Spiegel
Mehdorn bleibt Bahn-Chef
Das Nachrichtenmagazin Focus meldete letzte Woche, dass Hartmut Mehdorn bis 2010 weiter Bahnchef bleiben soll. Er soll den Börsengang des Unternehmens managen, weshalb der Aufsichtsrat sich in seiner nächsten Sitzung am 27.6. eine Sonderregelung für Mehdorn einfallen lassen muss: Er wird noch im Juli 65 Jahre alt und müsste nach einer internen Regelung zu diesem Zeitpunkt eigentlich in Ruhestand gehen.
- Focus vom 16.06.2007: Mehdorn bleibt Bahnchef
Droht Bahn-Beschäftigten gleiches Schicksal wie denen der Telekom?
Im Interview in der Frankfurter Rundschau vom 22.6. hält der Politologe Josef Esser es nicht für ausgeschlossen, dass Bahn-Beschäftigten nach der Privatisierung des Konzerns das gleiche Schicksal droht wie ihren Kollegen jetzt bei der Telekom: Ausgliederung, Einkommenkürzungen, Längere Arbeitszeiten und so weiter. Die Bahn und die Gewerkschaften sehen das anders.
Frankfurter Rundschau vom 22.06.2007: "Auf Bahn-Beschäftigte kommen ähnliche Einschnitte wie bei der Telekom zu" – Interview mit Politologe Josef Esser
Frankfurter Rundschau vom 22.06.2007: Wachsame Gewerkschaft
Tarifrunde be der Bahn hat begonnen
Am 19.06. hat die Tarifrunde der Bahn begonnen. Am ersten Verhandlungstag gab es keine Annäherungen. Transnet und GDBA fordern wie angekündigt rund 7% oder mindestens 150 Euro mehr Einkommen, die Bahn lehnt dies ab mit dem Hinweis, dass die hohen Tarifforderungen den 2005 geschlossenen Beschäftigungspakt gefährden. Gleichzeitig lehnt die Bahn es ab, mit der Gewerkschaft deutscher Lokführer einen eigenen Spartentarifvertrag abzuschließen. Die fordert für das Fahrpersonal Einkommenserhöhungen von bis zu 31%. Ein Gerichtsurteil darüber, ob die GdL Recht auf einen eigenen Spartentarifvertrag hat, steht noch aus. Für Anfang Juli hat die GdL Streiks angekündigt.
Financial Times Deutschland vom 19.06.2007: Ab Juli Streik bei der Bahn
Süddeutsche Zeitung vom 19.06.2007: Tarifverhandlungen bei der Bahn: "Streik in der ersten Juliwoche nicht mehr abzuwenden“
Reuters vom 19.06.2007: Lokgewerkschaft kündigt Streik bei der Bahn Anfang Juli an
n-tv vom 19.06.2007: Positionen weit auseinander: Streik bei Bahn droht
Berliner Zeitung vom 19.06.2007: Bahn warnt vor zu hohem Tarifabschluss
Tagesspiegel vom 18.06.2007: Deutsche Bahn: Tarifforderung gefährdet Beschäftigungspakt
Pressemitteilung der Bahn vom 19.06.2007: Tarifforderungen gefährden Beschäftigungssicherung
Förderland vom 19.06.2007: Lokomotivführer der Deutschen Bahn wollen ab Juli streiken
Net Tribune vom 19.06.2007: Bei der Bahn drohen Streiks
Frankfurter Rundschau vom 20.06.2007: Zugverkehr droht Streikchaos
Junge Welt vom 20.06.2007: »Es geht ums Prinzip« – Interview mit dem stellvertretenden GdL-Bundesvorsitzenden Günther Kinscher
Die ZEIT vom 21.06.2007: Loks ohne Führer
Frankfurter Rundschau vom 22.06.2007: "Wir wollen, dass kein Zug fährt" – Interview mit dem GdL-Bundesvorsitzenden Manfred Schell










