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Bahnprivatisierung macht Nahverkehr teurer
17.9.2007: Wir haben es ja gleich gesagt und jetzt sagen es auch die Vertreter der Länder, Verkehrsverbünde und Kommunen, die für den Nahverkehr zahlen: nun befürchten es die Verkehrsminister, die dazu ein Gutachten bekommen haben: Die DB AG und ihre künftigen Eigentümer wollen mit dem Schienennetz (das ja weiter dem Bund gehören soll...) richtig Kasse machen und im Nahverkehr abkassieren. Weil aber die Nahverkehrsbesteller nicht zahlen können oder wollen, wird der Schienenverkehr in den Regionen so beschnitten. Die Privat-DB legt so durch die Hintertür Strecken still.
Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs (BAG-SPNV) vom 13. September 2007:
"Der Nahverkehr in Deutschland wird nach dem geplanten Börsengang der Bahn teurer. Das befürchten die Aufgabenträger, die in öffentlichem Auftrag den Nahverkehr auf Deutschlands Schienen organisieren und finanzieren. Außerdem sei ein weiterer Kahlschlag im Regionalnetz und bei den Bahnhöfen zu befürchten. Die vom Kapitalmarkt von der DB AG geforderten Renditen seien in den nächsten Jahren nur zu erreichen, wenn sich die DB AG von rund 9.000 Kilometern Streckennetz trenne und Bahnhöfe mit unter 100 Reisenden am Tag schließe.
Bernhard Wewers, Präsident der BAG-SPNV: "Das noch im Jahr 2006 defizitäre Netz soll bis 2011 die Cash-Cow des DB-Konzerns werden. Nach einem Verlust von 210 Millionen Euro im letzten Jahr soll das Netz in fünf Jahren 570 Millionen Euro Gewinn machen. Dies geht nur durch höhere Trassenpreise, geringere Investitionen und durch Stilllegung von Regionalstrecken."
Die Folgen träfen die Fahrgäste nach Einschätzung der BAG-SPNV unmittelbar. Es führen weniger Züge auf einem kleineren Netz. In Summe fehlten den Bestellern im Jahr 2011 rund 250 Millionen Euro pro Jahr, dies entspreche einer Preiserhöhung von etwa fünf Prozent. Langfristig seien sogar Preissteigerungen um bis zu 15 Prozent zu erwarten, d. h. jeder sechste bis siebente Nahverkehrszug sei in Gefahr. "Der Nahverkehr in Deutschland wird leiden, damit die DB AG in der Logistik weltweit expandieren kann", so Bernhard Wewers.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr fordert die Bundesregierung daher auf, den aktuellen Gesetzentwurf zurückzuziehen und ein Privatisierungsmodell vorzulegen, bei dem die positive Entwicklung des Schienenverkehrs in Deutschland im Vordergrund steht. Hierzu sei es in jedem Fall erforderlich, dass der Bund Eigentümer des Netzes mit allen Rechten und Pflichten bleibe."
Die Bahn-für-Alle-Pressemitteilung zum gleichen Thema vom 30. August 2007










