Deutsche Bahn AG – keine Bahn für Alle
5. Juni 2007 - Die Deutsche Bahn AG spart sich kaputt, um kurzfristig Gewinne auszuweisen. Über das Alltagsgeschäft hinaus hat sie kaum Waggons für besondere Anlässe übrig. So sind die Züge um Feiertage herum überfüllt, weil keine Kapazitäten da sind, mehr Waggons anzukuppeln. Fuhren früher zu Großereignissen Sonderzüge, weichen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer heute auf Reisebusse aus.
Deutscher Evangelischer Kirchentag vom 6. bis 10. Juni in Köln: Keine Sonderzüge der Deutschen Bahn AG für die 100.000 Gäste. Die Bahn legt lediglich ein Sonderticket auf – ohne Sitzplatzgarantie.
Großdemonstration gegen die G8 in Rostock: Keine Sonderzüge der Deutschen Bahn AG für die zigtausend Demonstranten. Attac chartert daher in der Schweiz drei Züge
Nochmal Proteste gegen die G8: Nur auf Bestellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern fahren in der Region zusätzliche Nahverkehrszüge. Und erst kurzfristig entscheidet die Deutsche Bahn AG, einen Sonderzug von Berlin nach Rostock einzusetzen. Zugleich verbietet sie die Fahrradmitnahme auf der Strecke – weil die Züge zu voll würden.
Reisebusse statt Sonderzügen – damit gehen mehr Umweltgifte in die Luft, mehr Menschen erleben die Bahn als unflexiblen Großkonzern und es geht die Chance verloren, Menschen ein positives Reiseerlebnis mit der Bahn zu vermitteln. Die Deutsche Bahn AG verpasst so kurzfristig Einnahmen und langfristig verpasst sie einen Imagegewinn. Sonderzüge zu Großereignissen und in den Urlaub wären ein besseres Mittel, um neue Kunden zu gewinnen, als Billig-Tickets bei Discountern oder für einzelne Verbindungen.
Jenseits von betriebswirtschaftlichem Denken ist es Aufgabe einer Bahn im Allgemeinwohl, Verkehrsleistungen zu gesellschaftlichen Großereignissen anzubieten. Bahnverkehr im Allgemeinwohl, wie ihn das Grundgesetz in Artikel 87e, Absatz 4 verlangt.
Doch die Deutsche Bahn macht das Gegenteil. Sie macht ihre Angestellten zu Bütteln, indem sie ihnen auferlegt, vom 29. Mai bis zum 10. Juni sämtliche größeren Reisegruppen Richtung Mecklenburg-Vorpommern zu melden. Auch der Kegelclub könnte eine Demonstrantengruppe sein, "da die globalisierungskritische Szene nicht unbedingt als solche zu identifizieren ist".










