bündnis bahn für alle

Die Bahn will Bahnhöfe verkaufen. Bahn für Alle fordert, geschlossene Bahnhöfe wieder zu eröffnen

Die Bahn behauptet:

„Nur 600 Bahnhöfe sind wirtschaftlich zu betreiben. 1800 unrentable Bahnhöfe müssen verkauft werden.“

Bahn für Alle sagt:

„Bahnhöfe sind die Zugänge zum Schienennetz, die Empfangshallen für Fahrgäste und die Visitenkarten der Bahn und der Städte. Wer Bahnhöfe schließt, macht den Schienenverkehr als Ganzes unattraktiv.“

Insgesamt gibt es im Schienennetz noch 2400 „Bahnhöfe mit Empfangsgebäuden“. Die Deutsche Bahn AG bzw. deren für die Bahnhöfe zuständige Tochter DB Station&Service AG will nun 1800 oder zwei Drittel aller Bahnhofsgebäude verkaufen. Beispielsweise sollen in Bayern von den noch vorhandenen 308 Bahnhofsgebäuden 210 oder 68 Prozent veräußert werden. Die Begründung lautet: Die Gebäude seien „stark überdimensioniert und unrentabel“.

Bahn für Alle ruft drei Tatsachen ins Gedächtnis

  • Bahnhöfe sind integraler Bestandteil des Verkehrssystems Schiene. Sie haben eine hohe funktionale und symbolische Bedeutung. Wer das Bahnhofssystem beschädigt, ruiniert das System Schiene als Ganzes. Alle deutschen Flughäfen bis auf zwei rechnen sich nicht. Es wurde noch nie ein Airport deshalb geschlossen.

  • Die Investitionen in Bahnhöfe werden auch heute mehrheitlich von der öffentlichen Hand finanziert. 2005 wurden dafür 619 Millionen Euro investiert; davon waren 331 Millionen Euro oder 54 Prozent der Investitionen öffentliche – in der Regel kommunale – Mittel. Wenn die Bahn zwei Drittel der Bahnhöfe verkaufen und die Erlöse den eigenen Konten gutschreiben will, so ist das ein Raubzug zu Lasten Dritter.

  • Das Gelände, auf dem die Bahnhöfe stehen, wurde im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts von den Städten und Gemeinden den (meist privaten) Eisenbahngesellschaften überlassen. Fast immer zum Nulltarif. Voraussetzung für diese Schenkungen war, auf diesen Flächen zum Wohle der Allgemeinheit Schienenverkehr zu betreiben und den Bahnhof zu unterhalten. Wenn nun Bahnhofsgebäude anderen Zwecken zugeführt werden, dann müssten die Immobilien den Kommunen rückübereignet werden.

Ergebnis: Wird dieser Entwurf Gesetz, wird der Bund den privaten Investoren ein Maximum für ihre Rendite zahlen und gleichzeitig ein Maximum an Einfluss auf den Schienenverkehr aufgeben.

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Bahn für Alle. Bahn-Fakten Nr.8. Verantwortlich: Dr. Winfried Wolf

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