bündnis bahn für alle

Privatisierung vernichtet Arbeitsplätze und fördert unsichere und prekäre Arbeitsverhältnisse

Die Befürworter der Privatisierung behaupten:

„Privatisierung sichert und schafft Arbeitsplätze.“

Bahn für Alle stellt fest:

„Privatisierung ist ein Arbeitsplatzkiller.“

DB-Chef Hartmut Mehdorn prophezeit den Eisenbahnern eine goldene Zukunft, wenn der privatisierte Bahnkonzern als „Global Player“ weltweit Logistikfirmen aufkauft. Der Bundesverband der Deutschen Industrie verspricht neue Arbeitsplätze, wenn Fahrweg und Betrieb getrennt und DB-Tochterunternehmen einzeln verkauft werden. Beide Versprechen sind Seifenblasen.

Die Erfahrungen mit Privatisierung zeigt:

  • Privatisierung bringt in aller Regel einen massiven Arbeitsplatzabbau. Bei Post und Telekom sind Arbeitsbedingungen und Service seit dem Börsengang massiv schlechter geworden.

  • Privatisierung bedeutet Schrumpfbahn, weil private Aktionäre die höchst mögliche Rendite verlangen und jeden Meter Schiene und jeden Zug außer Betrieb nehmen, die nicht genug Rendite bringen. Rund 5000 Kilometer Schiene und zahlreiche Fernverbindungen sind bedroht. Das kostet tausende Arbeitsplätze.

  • Privatisierung bringt Lohn- und Sozialdumping. Für mit der DB konkurrierende Privatbahnen gibt es keinen Flächentarifvertrag. Einkommen und Sozialleistungen liegen meist deutlich unter denen im DB-Konzern. Vergibt die DB Aufträge an Fremdfirmen oder gewinnt eine Privatbahn eine Ausschreibung, schaffen diese weniger Stellen neu als bei der DB verloren gehen.

  • Privatisierung fördert Leiharbeit und untergräbt sichere Arbeitsverhältnisse. Leiharbeitsfirmen, die Lokführer, Rangierer und andere Eisenbahnfachkräfte an Privatbahnen und einzelne DB-Tochtergesellschaften ausleihen, sind im Kommen.

  • Wird der DB-Konzern aufgelöst oder werden Tochterunternehmen verkauft, sind bis zu 80.000 Arbeitsplätze bedroht oder dem Dumpingdruck ausgesetzt. Bei der Deutschen Bahn schützt der konzerninterne Arbeitsmarkt die Eisenbahner bisher vor der Rutsche in Hartz IV, falls ihr Arbeitsplatz wegfällt.

  • Privatisierung gefährdet den Betrieb. Um die Deutsche Bahn AG börsenfähig zu machen, wurden seit 1994 mehr als 200.000 Arbeitsplätze abgebaut, mehr als die Hälfte. Doch heute herrscht teilweise Personalknappheit und der Betrieb kann nur mit Mühe, Not und vielen Überstunden aufrecht erhalten werden.

Sobald private Anleger an Bord sind, wird sich der Mehrheitseigner Bund ihrem Renditestreben fügen müssen. SPD-Fraktionschef Peter Struck kritisiert den Stellenabbau der Telekom und droht mit einem Eingreifen des Bundes. Wer aus dem Telekom-Desaster lernen will, muss verhindern, dass der Bund auch nur eine Bahnaktie oder einen Teilbetrieb aus der Hand gibt. Existenzsichernde und krisenfeste Arbeitsplätze gibt es nur bei einer optimierten Bürgerbahn in öffentlichem Eigentum.

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Bahn für Alle. Bahn-Fakten Nr.5. Verantwortlich: Hans-Gerd Öfinger

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