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Warum 183 gleich 13?

183=13 ist die Formel der Verschleuderung der Bahn. Hier die genaue Herleitung:

Das Vermögen: 183

Jedes Jahr gibt das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung die Statistik "Verkehr in Zahlen, Das Statistik-Handbuch für die gesamte Verkehrswirtschaft" heraus. In der neuesten Ausgabe für die Jahre 2006/2007 finden sich auf den Seiten 38 und 39 detaillierte Berechnungen zum "Bruttoanlagevermögen" der Verkehrssektoren "zu Preisen von 2000", also bei Ausschaltung der Inflation. Diese Berechnungen erfolgten rückwirkend bis in die 1950er Jahre, die aktuelle Ausgabe enthält die Zahlen für den Zeitraum 1980 bis 2005.

Danach hatte die Deutsche Bahn AG 2005 ein Bruttoanlagevermögen von 181,4 Milliarden Euro, darunter der Wert des Verkehrswegs mit 126 Milliarden Euro. Das Bruttoanlagevermögen nennt Wiederbeschaffungswerte, was aus Sicht des Eigentümers die entscheidende Kategorie darstellt.

Die Schrift "Verkehr in Zahlen" nennt auch die Werte des "Nettoanlagevermögens", die den "Zeitwert der zeitlich verschieden installierten Verkehrsanlagen und Verkehrsmittel auf einheitlicher Preisbasis" wiedergeben. Das Nettoanlagevermögen der Bahn wird dabei für das Jahr 2005 mit 116,8 Milliarden Euro wiedergegeben, wobei als Teil dieses Gesamtwerts das Nettoanlagevermögen des Verkehrswegs mit 86,3 Milliarden Euro beziffert wird. Mehr dazu hier

Das Bruttoanlagevermögen benennt auch das Statistisches Bundesamt (destatis.de): "...verbleibende 217 Mrd. Euro (28 %) entfielen auf das Schienen- und Wasserstraßennetz sowie auf Rohölleitungen. Die genannten Zahlen stellen dabei die Kosten dar, die anfallen würden, wenn man das Verkehrssystem neu errichten müsste (so genanntes Brutto-Anlagevermögen), und basieren auf der Anlagenvermögensrechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)." (Im Blickpunkt: Verkehr in Deutschland 2006, Seite 22)

Die Deutsche Bahn AG nennt in ihrer Halbjahresbilanz (Stichtag: 30.6.2007) nur eine Bilanzsumme von 49,5 Milliarden Euro und ein Anlagevermögen von 43,3 Milliarden Euro.

Das schafft sie, indem die durch Baukostenzuschüsse des Bundes erstellte Anlagen in der Bilanz nicht erfasst werden. Von 1994 bis 2005 wurden alleine für (umgerechnet) etwa 42 Milliarden Euro 1994 Strecken, Bahnhöfe und Anlagen neu erstellt oder grundsaniert. Darüber hinaus wurden bei der Gründung der DB AG Anlagenwerte in Höhe von (umgerechnet) fast 44 Milliarden Euro aus den Bilanzen der DB und DR nicht in die Bilanz der DB AG aufgenommen. Mehr dazu hier.

Der Verkaufserlös: 13

Mit dem Verkauf von 25 Prozent der Bahn-Aktien könnte der Bund laut Bundesfninanzministerium rund drei Milliarden Euro einnehmen. Stand am 28. Juni 2007 im Manager Magazin.

Macht: 6 für die Hälfte. 183:2=6.

Das vom Bundestag beauftragte PRIMON-Gutachten geht von einem geschätzten Erlös von 5,0 bis 8,7 Milliarden Euro beim Verkauf von 49 Prozent im integrierten oder Eigentumsmodell aus.

Macht: 5 oder 8,7 für die Hälfte. 183:2=(6+5+8,7):3.

Der Focus berichtet Anfang April, für die Deutsche Bahn AG seien nach einer Studie der Commerzbank an der Börse Einnahmen von maximal 6,2 Milliarden Euro für 49,9 Prozent der Aktien zu erwarten. Davon blieben dem Bund nur 3,1 Milliarden Euro, da die Bahn die andere Hälfte für eine Kapitalerhöhung benötige.

Macht: 6,2 für die Hälfte. 183:2=(6+5+8,7+6,2):4.

Wir wollen nicht unerwähnt lassen: Die DB AG selbst und Bundesverkehrsminister Tiefensee behaupten gerne, der ganze Konzern könnte 20 Milliarden Euro einbringen. Im Interview mit dem Magazin Vanity Fair (34/07 vom 16. August 2007)widerspricht Tiefensee nicht der Aussage, für 25 Prozent der Anteile würden fünf Milliarden Euro reinkommen. Tiefensee sagt auch gleich: "Ein Teil fließt an die Deutsche Bahn AG, ein anderer an den Bund, um Investitionen ins Schienennetz zu ermöglichen.)

Würde machen: 10 für die Hälfte. 183=20. Aber über die Rechenkünste von Herrn Tiefensee steht hier schon einiges...

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