bündnis bahn für alle

Presseschau vom 11.05.2007

Bahngesetz zum Börsengang verzögert sich

Ende letzter Woche löste die Ablehnung des Gesetzentwurfs zum Börsengang der Deutschen Bahn aus dem Bundeswirtschaftsministeriums eine erneute Debatte um einen Ausstieg aus den Bahn-Privatisierungsplänen aus. Drei weitere Ministerien – Inneres, Justiz und Verbraucherschutz – meldeten ihrerseits Bedenken gegen das Gesetz an. Bundestagsabgeordnete der SPD forderten danach erneut einen Verzicht auf die Privatisierungspläne. Auch die Grünen befürworten, die Privatisierungspläne zunächst auszusetzen. Die Bahn hingegen hält die Einwände der Ministerien für eine „Minderheitenmeinung“, sieht die politische Linie immer noch auf Privatisierungskurs und will am 14. Mai ein Gutachten präsentieren, das die verfassungsrechtlichen Bedenken ausräumen soll. Dazu gibt es auf DeineBahn.de bereits einen ausführlichen Artikel mit Downloads und einen Kommentar des Bahnexperten Winfried Wolf.

Bahn spart bei Ticket-Verkauf

Um Kosten zu sparen, streicht die Bahn Vertriebswege von Zugtickets: Nach der Schließung von beinahe der Hälfte der Reisezentren will sie nun die Provisionen kürzen, die sie an Reisebüros zahlt. Auf vielen Strecken ist es darüber hinaus nicht mehr möglich, Fahrkarten beim Zugbegleiter zu kaufen. Die Bahn zwingt ihre Kunden an die Automaten und spart an der Beratung – ein klares Minus für ihre Kunden. Der Fahrgastverband Pro Bahn beschwert sich: "Der Unternehmensführung der Deutschen Bahn AG fehlt unternehmerische und soziale Kompetenz."

Artikel versenden · drucken