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Tausche Bahnhöfe in Deutschland gegen Bahngesellschaft in Großbritannien

14.12.2007. Die Deutsche Bahn AG verkauft weitere 500 Bahnhöfe - nein, "Empfangsgebäude", darauf legt das Unternehmen wert. Empfangsgebäude, die für den Bahnbetrieb nicht nötig sind. Die Käufer besitzen jetzt gut 1000 Bahnhofsgebäude zum durchschnittlichen Stückpreis von etwa 100.000 Euro. "Bahn für Alle" veröffentlicht eine Liste der verkauften Gebäude und bedauert, dass die Bahn damit die Portale zum Bahnverkehr aufgibt, die Verbindung zwischen Stadt und Schiene. Doch die DB AG will den Bahnverkehr wohl gar nicht attraktiv machen - in Deutschland sei kein Verkehrszuwachs auf der Schiene zu erwarten, deshalb soll lieber ein Bahnunternehmen in Großbritannien gekauft werden.

Bereits Anfang des Jahres hatte die DB angekündigt, insgesamt 1.800 Bahnhofsgebäude verkaufen zu wollen, etwa zwei Drittel des Bestands. Nun hat sie ein Konsortium aus zwei Unternehmen gefunden, das 490 Gebäude kauft und dazu etwa 500 Gebäude übernimmt, die bereits 2004 verkauft worden waren - der damalige Käufer ging aber pleite.

Betriebstechnisch notwendig sind die Gebäude zwar nicht mehr, manchmal auch heruntergekommen, weil die DB AG hauptsächlich in Vorzeigeobjekte wie den Berliner Hauptbahnhof investiert. Doch für den Bahnverkehr sind diese Bahnhofsgebäude dennoch wichtig. Der Bahnhof steht einfach als Zugang zum Bahnverkehr und auch als Visitenkarte der Stadt. Und er ist der Ort, in dem Reisende geschützt vor Wind und Wetter auf ihren Zug warten können, Fahrpläne studieren und Fahrkarten kaufen.

Zu attraktivem Bahnverkehr gehört ein Bahnhof mit Wartemöglichkeiten, Beratung und Service. Ein knapper Regenschutz und ein stummer Fahrkartenautomat verschrecken Kunden.

Zwar schließt die DB AG immer mehr Verkaufsschalter in den Bahnhöfen, so dass die Gebäude immer unwirtlicher werden. Doch eine Bahn, die kundenorientiert ist und mehr Kunden gewinnen will, baut den Service im Bahnhof aus und macht Bahnfahren auf diese Weise attraktiv. Wer Bahnhofsgebäude verkauft, will keinen Service anbieten, sieht vielleicht die ganze Strecke als unnützen Ballast an.

Das passt zur Logik der DB AG: Im Inland seien keine Verkehrszuwächse zu erwarten. Deshalb werden schlecht ausgelastete Gleise nur wenig instandgehalten, anstatt sie zu sanieren und so mehr und besseren Verkehr anbieten zu können. Deshalb werden Bahnhofsgebäude gekauft und um ein Bahnunternehmen in Großbritannien gefeilscht - dort sei Zuwachs zu erwarten. Link

"Bahnhöfe sind die Visitenkarte von Städten und Gemeinden. Sie sind aber auch das Eingangstor zum System Bahn. Damit sind die Bahnhöfe ein wichtiger imagebildender Faktor für den internationalen Mobilitäts- und Logistikdienstleister Deutsche Bahn AG."

Schrieb Wolf-Dieter Siebert, Vorstandsvorsitzender der DB Station & Service AG, im Jahr 2005. Siebert gibt diesen Posten zum Jahresbeginn 2008 auf und wird Generalbevollmächtigter und Experte für "wichtige und dringende internationale Projekte" beim Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG gebraucht. Zum Beispiel für Einkäufe in Großbritannien.

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