bündnis bahn für alle

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Presseschau vom 19.04.2007 zur Verkehrsminister- Konferenz in Werningerode

Länder gegen Bahnprivatisierung

Die Verkehrsminister der Länder haben gestern in Werningerode im Harz getagt und unter anderem über die Privatisierung der Deutschen Bahn beraten. Schon im Vorfeld zeichnete sich ab, dass zahlreiche Länder Bedenken hinsichtlich der Privatisierungspläne von Bundesverkehrsminister Tiefensee und Bahnchef Mehdorn haben.

Die meiste Kritik kommt von den CDU-(mit)regierten Bundesländern Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, auch Nordrhein-Westfalen meldet Bedenken an. Allerdings stellen sich die Bundesländer nicht grundsätzlich gegen Privatisierung, sondern wollen, dass der Betrieb vom Netz getrennt wird. Letzteres wollen sie in Bundesbesitz wissen. Sie befürchten, dass nach einer vollständigen Privatisierung das Schienennetz und die übrige Infrastruktur nur noch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben und dünn besiedelte Regionen vom Bahnnetz abgehängt werden würden.

Bundesverkehrsminister Tiefensee ficht das indes nicht an. Er hält laut verschiedenen Presseberichten auch nach der Länderkritik an den bisherigen Plänen seines Ministeriums fest, denen zufolge das Netz zu 100% beim Bund bleiben solle – allerdings nur in rechtlicher Hinsicht. Wirtschaftlich soll die Bahn freie Hand bei der Bewirtschaftung der Infrastruktur haben.

Kritik am bisherigen Gesetzentwurf zur Privatisierung der Bahn äußerte nach Angaben der Lausitzer Rundschau auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der in ihm einen verschleierten Börsengang mit Schienennetz sehe. Nach Angaben der Magdeburger Volksstimme kommt ähnliche Kritik auch vom ADAC, dessen Vize-Präsident Erhard Oehm die Zeitung zitiert: „Ohne eine klare Trennung von Schiene und Netz wird es keinen echten Wettbewerb auf der Schiene geben.“

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