GdL will streiken und poltert gegen Transnet und GDBA
Nachdem die Gewerkschaften Transnet, GDBA und GdL in den letzten Wochen ihre Forderungen in der aktuellen Tarifrunde verlautbart haben, kündigte die GdL nun für den Sommer Warnstreiks an, da die Deutsche Bahn einen separaten Tarifvertrag für Lokführer und Zugbegleiter ablehne. Das meldet die Frankfurter Rundschau und fügte hinzu, dass die GdL auch deshalb nicht mehr gemeinsam mit Transnet und GDBA verhandelt, weil deren „bahn- und privatisierungsfreundliche Politik“ bei der GdL inzwischen auf große Skepsis stoße.
Die Arbeitgeberorganisation MoVe, die die Unternehmen der DB AG vertritt, lehnte die Forderungen der GdL, die deutlich über denen von Transnet und GDBA liegen, als „nicht diskussionswürdig“ ab und bestreitet, dass die GdL ein Recht auf einen eigenen Tarifvertrag habe. Dabei bezieht sich der Verband auf ein Arbeitsgerichtsurteil von 2003.
Dass die GdL sich kritisch zur Bahnprivatisierung äußert, ist prinizipiell begrüßenswert. Allerdings stellt sich die Frage, wie ernst gemeint diese Haltung ist angesichts des Statements der GdL vom 10. November 2006 zur Entschließung des Koalitionsausschusses zur Bahnprivatisierung. „Mit großer Zufriedenheit haben wir die politische Weichenstellung des Koalitionsausschusses zur Teilprivatisierung der Bahn zur Kenntnis genommen“, freute sich damals GdL-Vorsitzender Manfred Schell – ein klares Statement für Privatisierung.
GDL-Pressesprecher Maik Brandenburger teilt "DeineBahn.de" dazu am 15. Mai 2007 mit: "Das Unternehmen DB [ist] aus Sicht der GDL zurzeit nicht börsenfähig. Falls der Börsengang jedoch vom Eigentümer Bund beschlossen wird, so fordert die GDL, dass das Schienennetz beim Bund verbleibt. ... Mit ein wenig Recherche und Hintergrundwissen müsste Ihnen eigentlich bekannt sein, dass der GDL-Bundesvorsitzende 1993 im Bundestag gegen die Bahnreform und damit gegen die Privatisierung gestimmt hat. An der kritischen Haltung der GDL zu einem Börsengang der DB hat sich insofern überhaupt nichts geändert."










