.Bündnis "Bahn für alle" präsentiert Gegenbilanz zur Bilanzpressekonferenz der Bahn am 29. März 2007 in Berlin Foto: Robin Wood
Bündnis entzaubert Bahn-Bilanz
Glänzende Zahlen präsentierte Bahnchef Hartmut Mehdorn am 29. März bei der Bilanz-Pressekonferenz der Deutschen Bahn AG in Berlin. Eine ganz andere Bilanz zogen vor den Türen des Bahn-Towers am Potsdamer Platz in Berlin Aktivisten des Bündnisses "Bahn für alle": Streckenstilllegungen, Vernachlässigung des Schienennetzes, Abbau von 180.000 Arbeitsplätzen, Anhäufung von Schulden zählten sie in ihrer Gegenbilanz auf und machten deutlich, weshalb die Mehdorn-Zahlen vor allem auf Kosten der Allgemeinheit, der Bahnbeschäftigten und des Klimaschutzes zustande kamen und weshalb sie allenfalls Show-Effekt haben.
Elementare Ziele habe die Bahn seit 1993 systematisch verfehlt, kritisierte das Bündnis bei der Protestveranstaltung am vergangenen Freitag. Weder sei mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert worden, noch habe die Bahn in die Erhaltung der Infrastruktur investiert. Stattdessen hat die Bahn in den letzten zehn Jahren 5000 Kilometer Schienennnetz stillgelegt, zahlreiche Bahnhöfe geschlossen und massiv Arbeitsplätze abgebaut. Die verbliebenen Bahnbeschäftigten erlebten Tarifabsenkungen und Arbeitszeitverlängerungen. Gleichzeitig rutschte die Bahn, der in der 1994er Bahnreform 34 Milliarden Euro Schulden abgenommen wurden, durch Zukäufe im Ausland jetzt wieder mit 20 Milliarden ins Minus. Die Zeche zahlen Beschäftigte, Steuerzahler und Bahnkunden – für geschönte Bilanz-Zahlen, für das Ziel des Börsengangs eines Global Players, der seine Kernaufgaben inzwischen als völlig letztrangig anzusehen scheint.
"Das Unternehmen heißt nicht DB Welt, sondern Deutsche Bahn. Damit sind die Aufgaben klar beschrieben: Es soll vor allem attraktiven Schienenverkehr in Deutschland anbieten", sagte Bernhard Knierim von Attac. Das Bündnis "Bahn für alle" setzt sich deshalb weiter dafür ein, dass die Bahn ohne Ausnahme in öffentlicher Hand bleibt.










