Aus welchen Gründen könnten Anleger sich für die Bahn-Aktie interesieren?
Von der Bahn-Tochter DM Mobility Logistics sollen 24,9 Prozent verkauft werden. Die von der DB beauftragten Konsortialbanken rechnen jedoch nur mit Erlösen von vier bis viereinhalb Milliarden Euro. Davon darf die DB ML nur ein Drittel reinvestieren. Die Gewinnerwartungen der DB ML sind zudem auch ohne Börsenzittern kein Dividendenbrenner: Die Konsortialbank Morgan Stanley geht von 700 Millionen aus, die für Dividendenausschüttungen 2009 zur Verfügung stehen. Das wären bezogen auf das eingesetze Kapital 3,5 bis 4 Prozent. Dazu kommt, dass jeweils die Hälfte des Betriebsergebnisses in den vergangenen Jahren durch Sondererlöse zustande kam, z.B. durch milliardenschwere Verkäufe von Aurelis und Scandlines. Das ansonsten für den Löwenanteil des Gewinns verantwortliche Geschäft im Regionalverkehre steht selbst nach Aussage der Konsortialbanken unter Druck. Die Logistik, ohnehin rediteschwach, könnte im exportabhängigen Deutschland Opfer der aufziehenden Rezession in den USA werden. Wir stellen daher die Frage: Aus welchen Gründen könnten Anleger sich trotzdem für die Bahn-Aktie interesieren?
Da gibts eigentlich nur einen Grund, der wirklich Sinn macht: soviel Gewinn abschöpfen wie die dummen SteuerzahlerInnen sich in Form von jährlichen Unterhaltszuschüssen rauspressen lassen, am besten noch ein bisschen mehr, und ansonsten schauen, dass der Laden wirklich nur die allernotwendigsten Bedürfnisse befriedigt. Als größte Interessenten für Bahnaktien werden meines Wissens gehandelt Gazprom und Lufthansa - wenn die Bahn schlecht ist, machen die beiden bessere Geschäfte. Ach ja, und die Volksrepublik China soll auch Interesse angemeldet haben - da gehts dann vermutlich noch um den Abzug von technischem Know-how. Dass es für China als industrielle Konkurrenz nicht schaden kann, Deutschlands Möglichkeiten in puncto Logistik ein wenig zu begrenzen, braucht man wohl nicht extra zu erwähnen. Für Mehdorn und seine Dam... äh Managerkollegen ist die Sache toll: bei ihnen im Privatgeldbeutel klingelts, die SteuerzahlerInnen löhnen und die Bundesregierung wird so richtig vera... Ich verbreite Horrorszenarien? Schaut doch einfach mal nach, was in den Fifties in Detroit mit der Straßenbahn passiert ist!
Wollte hier nur kurz einen kleinen Link angeben für alle, die da tatsächlich glauben, mit der LuFV wär alles in trockenen Tüchern und die Bürgerbahn hinreichend festgeschrieben. Das Gegenteil dürfte der Fall sein - es lebe die Autoindustrie und die Streckenstilllegung! Link: http://www.bundestag.de/ausschuesse/a15/anhoerungen/76__LuFV/Stellungnahmen.pdf
Naja soo siegessicher wäre ich mir da nicht wie in eurer Mitteilung vom 05.12.08. Hier gibt es ja die anstehende Wahl, in der es derzeit nach Schwart-Gelb aussieht, was wohl für den Bahnverkehr die schlimmstmögliche Koalition wäre. (Man siehe nur mal nach NRW, insbesondere einen FDP-Bürgermeister im Wiehltal, der sogar die Bürgerrechete aushöhlen will, nur um Schienenverkehr zugunsten von Strassenverkehr zu beseitigen.) Des Weiteren ist die Liberalisierung und damit ein dem Schienenverkehr schadender Wettbewerb auch das Ziel der Europäischen Union. Sowohl Schwarz-Gelb als auch Brüssel sind Schienenverkehrsgegner und könnten sich immernoch durchsetzen, denn deren Ziel ist keine Marktwirtschaft auf Schienen sondern die Umstellung des gesammten Landverkehrs auf die Strasse.
Vielen Dank für alle Beiträge! Diese Diskussion ist nun geschlossen. Die Bahnprivatisierung ist nun Wahlkampfthema. Wir empfehlen die Diskussion mit Deinen Abgeordneten: www.abgeordnetenwatch.de











ingo st. am 08.10.2008 09:24
Gründe? 1. Geostrategische Allianzen (Russische Staatsbahn) 2. Geld parken (mit Staatshaftung) 3. Weitere Sondererlöse aus dem Verkauf des Mehdornschen Gemischtwarenladens 4. Mehdorn will endlich eine Börsenbahn und keine Bürgerbahn wo ihm ständig nörgelnde Bürger und Politiker Forderungen stellen, die er mit Hinweis auf seine Anteilseigner (die immer falsch als Investoren bezeichnet werden) abbügeln kann. 5. Mehdorn will jetzt an die Börse, bevor seine Billanz-Blase platzt. 6. Tiefensee sollte erklären, welche Versprechungen aus den geringeren Erlösen jetzt nicht mehr umgesetzt werden. Gruß Ingo St.