Wie kann die Deutsche Bahn sich für europäischen Verkehr aufstellen, ohne in Großmannssucht zu verfallen und Global Player zu spielen?
Die Deutsche Bahn AG kauft Firmen auf der ganzen Welt, um sich für internationale Logistik fit zu machen. Produzenten wollten den Versand aus einer Hand - von Tür zu Tür. Um da konkurrenzfähig zu bleiben, müsse die DB international mitspielen und zukaufen. Geht das auch anders?
Was sagst Du dazu?
Großmannssucht: Allein die letzte Erhöhung der Bezüge des Legal-Verbrechers Mehdorn haben soviel gekostet, dass man davon die 31% mehr Gehalt für Tausende Lokführer locker hätte zahlen können. (Ich hab' überschlägig 2500 Lokführer errechnet) Was soll die Deutsche Bahn im Ausland? Gewinne erwirtschaften? Für wen? Die Züge sollen in Deutschland fahren!
die bahn privatisierung ist grober unfug und muß gestoppt werden! die bundesbahn gehöhrt dem deutschen volk!!! solidarität mit den streikenden lokführern bei der GDL!!! deckt die dem wirtschaftsstandort deutschlands schadende und demokratiefeindliche komplitzenschaft von SPD,VERDI& TRANSNET auf. Bahntyrann: MEHDORN muß weg!!!!
Durch Zukaufen entstünde in letzter Konsequenz ein riesengroßer Monopolist. Dass dies wäre was die Kunden wollen und ihnen maximal nützt, wage ich zu bezweifeln. Der Schlüssel liegt imho in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Die Federführung läge z. B. bei dem Logistikunternehmen, in dessen Heimatland die Ladung abgeht. Seine Aufgabe wäre es dann, die Transportkette von Haus zu Haus zu entwickeln und abzuarbeiten. Natürlich setzt das den guten Willen aller Beteiligten und entsprechende Rahmenbedingungen seitens der Politik voraus. Dafür hätte es den Charme, kein Kartellamt auf den Plan zu rufen und auch bar jeder Vorwürfe in Richtung Großmannssucht zu funktionieren. Wie machen das eigentlich die Schweizer? Sollten wir nicht einfach mal über die Grenze/ den Tellerrand gucken, anstatt das Rad neu zu erfinden? Brauchen wir überhaupt einen teuren Bahn-Wasserkopf, der uns aus purer Ignoranz/ Profitgier eine Segnung nach der anderen präsentiert (Trennung der Geschäftsbereiche, inkompatible Traktionsmittel, Streichung von IC und InterRegio, immer weniger Service, immer weniger Strecken)? Ich meine: nein und fordere, nach Schweizer Vorbild eine vitale und leistungsfähige Bahn im öffentlichen Besitz zu schaffen!!!
Hallo Ueli, Als ich das Thema gelesen habe die DB möchte Firmen weltweit kaufen, so dachte ich genau das was du geschrieben hast: Ein Staatsunternehemen kann nicht vom Kauf von anderen Firmen bestehen. Denn hier geht es nicht um Eigengewinn, sondern um den Erhalt eines grossen Volks-Projekt. Ich hoffe, die Herren der DB und aus Berlin sehen endlich schnell ein, das sie eines der Wertvolsten Staatseigentümer auf dem Weg den sie gehen, nur elend verscherbeln.
Wir haben doch bei den bisherigen Prvatisierungen gesehen, wie diese uns normalen Leuten schaden. Das Chaos auf dem Telekommunikationsmarkt, die Abzocke der Bevölkerung durch die großen Strom- Energieunternehmen, die traurige Entwicklung der Postdienstleistungen bei trotzdem saftigen Gebührenerhöhungen. Es gibt einfach Aufgaben, die der Staat als Garant für eine gute Infrastruktur leisten sollte mit einer Kostendeckungsrechnung und ohne Renditeschinderei. Auch die Bahn, die uns allen gehört und nicht Herrn Mehdorn - auch wenn er das ja nicht wahrhaben will - hat eine vorrangige Aufgabe: Uns alle möglichst sicher, gut und auch preiswert zu transportieren und diese Infrastrukturleistung auch im ländlichen Raum garantieren. Mit der Bahn lässt sich kein Geld verdienen - außer man betrügt das Volk durch Abverkauf zu Dumpingpreisen derart, wie es die Bundespolitiker (bislang) vorhaben. Aber vielleicht und hoffentlich kehrt ja noch rechtzeitig Vernunft ein. Herr Mehdorn sollte in Rente gehen, er ist alt genug dafür !! Die Schweizer Bahnlösung sollte Vorbild für Deutschlands DB sein. Das weiß jeder, der sich objektiv informiert hat !! KAI
Hallo, die Seite ist nicht mehr aktuell. Während (naive?)Privatisierungsgegner noch den SPD-Parteitag als Erfolg feiern hatten Steinbrück/Tiefensee die neue Strategie zur Privatisierung (unter Ausschaltung des Bundestags) längst in der Schublade. Was interessiert die Meinung der Parteibasis, wenn man gerade erst gewählt worden ist. Jetzt rächt sich auch die windelweiche Strategie der SPD- Parteilinken, die mit ihrem Volksaktienmodell letztlich einen verbindlichen positiven Beschluß zur Bahn als öffentliches Eigentum mit entsprechendem Gestaltungsauftrag verhinderte. Ich vermisse auch den Aufschrei der Spd Mitglieder in den Medien. Man lässt sich in dieser Partei wirklich viel an Verar.... durch die Oberen gefallen. Fazit: Der Kampf um einen öffentlichen Schienenverkehr geht weiter.
Ist es so schwer zu erkennen, daß ein Land ein einheitliches Verkehrswesen (auch Post- und Fernmeldewesen und eine einheitliche Energieversorgung) benötigt um gleiche Standards (technisch und finanziell) zu erzielen? Dies ist eine gesellschaftliche Aufgabe und darf nicht beliebig sein. Derartige Aufgaben müssen zur Verfügung stehen ohne Gewinninteressen. Allerdings bedarf es der Aufsicht durch nicht-korrupte Volksvertreter; also wirkliche Volksvertreter. Es es nicht schlimm, daß Verkehrsleistungen an brit.(Arriva) und franz. (Connex) Firmen vegeben werden;das soll Wettberb sein? Ist es nicht traurig, daß ich am Fahrkarten-Automat der Erzgebirgsbahn (zwischen Annaberg und Chemnitz) keine Fahrkarte nach Kulmbach erstehen kann (dies ist mir wirklich passiert!)?
Essenzielle Dienstleistungen zu privatisieren ist Ausverkauf des Sozialstaates und leistet der Verelendung ganzer Bevölkerungsschichten Vorschub. Sollte Karl Marx am Ende doch noch Recht haben? Energieversorgung, Post und Transportwesen gehören nicht in Privathand, sie dürften nur kostendeckend angeboten werden.
Leute, bitte bleibt beim Thema dieser Diskussion: Wie kann die Deutsche Bahn sich für europäischen Verkehr aufstellen, ohne in Großmannssucht zu verfallen und Global Player zu spielen? Ich meine, sie muss nicht überall zukaufen, sondern kann mit anderen (öffentlichen!) Bahnen Kooperationen bilden. Ebenso mit (privaten) Speditionen. Natürlich will ein Güterverkehrskunde den Transport möglichst aus einer Hand kaufen. Die DB könnte sich schlichtweg als Transporteur für die Speditionen anbieten. Also: Ich als Güterverkehrskunde schließe einen Transportvertrag mit einer beliebigen Spedition ab. Da die Bahn vernünftige Bedingungen anbietet, billiger und attraktiver als Straßenverkehr ist, holt der Spediteurs-Laster den Container ab, bringt ihn zum nahegelegenen Güterbahnhof, wo er umgeladen wird; der Spediteur hat dazu einen Vertrag mit der DB abgeschlossen. Und kurz vorm Ziel wird der Container dann wieder auf der Straße vom Güterbahnhof bis zum Empfänger transportiert. Fertig. Sozusagen umgekehrt wie bei Strom- oder Telekommunikationsnetzen: Da gibt es konkurrierende Fernleitungen, aber die "letzte Meile" ist meistens ein Ortsmonopol. Im sinnvollen Güterverkehr sollte die Bahn schlichtweg aufgrund umweltpolitisch unschlagbarer Bedingungen das Monopol haben (und deshalb staatlich-neutral sein!), im Wettbewerb auf der letzten Meile gibt es Konkurrenz. Mehr Meinungen dazu?
Bingo! - Hallo, Stefan! Da sind wir genau mittendrin: die Bahn muss als Konkurrent auf einem freien Transportmarkt mitmischen. Und wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann sie für bestimmte Aufgaben (insbesondere im grenzüberschreitenden Fernverkehr) unschlagbare Angebote abgeben. Diese Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden durch eine konsequente Bahnpolitik (es reicht eben nicht, nur "mehr Transporte auf der Schiene" zu fordern) und Optimierung der Transportleistung (schlanke Abläufe, einwandfreie Organisation, internationale Zusammenarbeit). Dafür brauchen wir (leider) mutige Verkehrspolitiker und fachkompetente, engagierte EisenbahnerInnen. Leider deshalb, weil ich da ein gewisses, auf die Schnelle nicht behebbares Manko erblicke, vom fehlenden guten Willen ganz zu schweigen... Folgen von (mindestens) 13 verblödelten Jahren. LG vom H-M!
In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung 'Der Freitag 49' (www.freitag.de) gibt es mehrere Artikel zur Bahn. Zum hier diskutierten Thema empfehle ich besonders den Bericht von Marcel Klamm: "Schienen, die dienen" über die Schweizer Bürgerbahn. Der praktische Beweis, dass es auch anders geht!!!Sehr überzeugend!
Endlich! Mehdorn hat seinen Rücktritt angekündigt. Es gab zu viel Lobbyarbeit im Hintergrund. Nun zieht er die notwendige Konsequenz. Ein Sieg für die Demokratie in Deutschland!
Dr. D Hengsel kann in die Zukunft sehen, das freut mich! Ist das das Ende der Großmannssucht, wie in der Diskussion gefragt? Ohne Mehdorn eine bessere Bahn? Ich glaube ja, wenn Herrn Hengsels Prognose auch hier zutrifft: "Ein Sieg für die Demokratie in Deutschland" - demokratische Kontrolle der Bahn in öffentlichem Eigentum.
Die Meinungen zu diesem Thema sind wohl ausgetauscht - vielen Dank für alle Beiträge! Weiter geht es mit einer neuen Diskussion: Was können Bahnhofsgebäude zu gutem, attraktiven Bahnverkehr beitragen?











Bornhauser Ueli am 30.10.2007 23:07
Hallo zusammen, ich bin Schweizer und Deutscher Bürger und seit ich in Deutschland lebe immer wieder erstaunt wie wenig hier über den Tellerrand geschaut wird. Das dazu kaufen von Firmen im Bereich Transport und Personenbeförderung sich für ein Unternehmen mit Staatlichem Auftrag global nicht rechnen kann hat die ehemalige Swissair anschaulich bewiesen. Die SBB (Schweizerische Bundesbahn) ist im Gegenzug das beste Beispiel wie es anders funktioneren kann ohne dem Grössenwahn zu verfallen. Doch eine Lösung im Verkehr/Transportwesen kann nur mit einer über lange Jahre verlässlichen Politik gelingen und hier ist für mich in Deutschland kein Konzept erkennbar. Um die Frage abschliessen zu beantworten müsste ein Konzept mit Strategie der DB vorliegen, was aber vor der Privatisierung sicher unter Verschluss gehalten wird. Fragt doch mal Eure Partei wie ihr Konzept für die Zukunft des Personenverkehrs und Transport aussieht. Gruss Ueli