bündnis bahn für alle

Bundesweiter Kinostart von 'Bahn unterm Hammer'

Am 3. Mai ist es soweit: der Dokumentarfilm von Herdolor Lorenz und Leslie Franke kommt in die Kinos. DeineBahn.de möchte allen die den Film gesehen haben, die Möglichkeit geben ihre 'Filmkritik' oder ihr 'Filmlob' mitzuteilen. Schreibt einfach hier eure Kommentare.

Ulrike am 30.04.2007 21:52

Da ich diesen Film noch nicht gessehn habe, kann ich dazu nichts sagen. Habe aber letzte Woche Mister Bean gesehn. Der ist auch Bahn gefahren. Das war Toll. Ich fahre auch gern Bahn. Hoffentlich wird das nicht teurer. Viele Grüße

bigbug21 am 01.05.2007 08:33

Schön, dass es zu diesem Film nun auch ein Forum gibt. Ich hatte vor ein paar Wochen in Augsburg die Gelegenheit, das Werk zu sehen und war ziemlich enttäuscht. Sicher, ich hatte einen Film erwartet, der sich sehr kritisch mit der geplanten Kapitalprivatisierung der DB auseinandersetzt. Gesehen habe ich letztlich einen Streifen, der Fakten so zurechtbiegt oder schafft, wie man es gerade braucht, um die Kapitalprivatisierung in einem möglichst schlechten Licht darzustellen.
Hintergründe lässt der Film, soweit ich mich entsinne, weitgehend unbeleuchtet und macht sich auch nicht die Mühe, sachlich Punkte zu hinterfragen.
Als besonders peinlich blieb mir im Kopf, wie Herr Bodack (?) im ICE auf den Abzweig Reichswald der Neubaustrecke Nürnberg--Ingolstadt zufuhr, hier ausgebremst wurde (offenbar vor dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006) und dann kommentierte, hier würden sich vier Gleise auf zwei verengen. In der Schweiz hätte man so etwas natürlich viergleisig gebaut.
Leider lässt diese Betrachtung den Güterverkehr völlig außen vor, der auf der Nürnberg-Regensburger Strecke die Mehrzahl der Züge ausmachen durfte. Diese fahren über zwei eigene Gleise niveaufrei zum Rangierbahnhof. Ferner macht sich der Film natürlich nicht die Mühe zu sagen, wie man die zwei Gleise, die auf etwa fünf Kilometer durch dicht besiedeltes Nürnberger Stadtgebiet führen, auf vier hätte erweitern sollen. Etwas durch Abriss ganzer Häuserzeilen oder durch kilometerlange Tunnel?
Ich werde mir bei Gelegenheit den Streifen nochmal ansehen, um dann sachlich in eine Diskussion einstiegen zu können.
Viele Grüße
Peter

uli am 02.05.2007 11:09

Hallo Peter alias Bigbug, zu deiner Kritik des Films, ich bin erstaunt, da werden keine Fakten zurechtgebogen sondern es wird konkret auf Aussagen des Bundesrechunungshofes und die Bilanzen der DB Ag eingegangen. Deine Anmerkung zu der ICE Neubaustrecke Nürnberg-Ingolstadt a. der Bahnexperte war sicher nicht Herr Bodack b. es ging um die Kosten des Geschwindigkeitswahn 3,7 Milliarden €, incl Finanzierungskosten ca 8 Milliarden€, damit der ICE 300Km/Std fährt, für eine Fahrzeitverkürzung um 20 Minuten auszugeben, danach gibt es Kontenpunkte wo der Zug anhält und die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt auf der gesamten Strecke nur bei ca 130Km/Std. sind das effizient eingesetze Steuergelder? Vielleicht solltest Du den Film nochmal unvoreingenommen anschauen. sonnige Grüße Uli

Thomas am 02.05.2007 12:58

Ich habe den Film in seiner Langfassung bei der berliner Vorpremiere im März gesehen und war begeistert und schockiert zugleich. So viele und so augenfällige Argumente, die gegen eine Privatisierung sprechen. Der Film müsste mal den Bundestagsabgeordneten gezeigt werden. @ Peter: Ich finde Deine Kritik unfair. Wenn Dir zurechtgebogene Fakten aufgefallen sind, dann schreibe bitte wo. Pauschalvorwürfe sind wenig hilfreich. Die Stuttgarter Sache leuchtet mit übrigen trotzdem ein: Man muss die Gesamtgeschwindigkeit erhöhen, und nicht teure Prestigeobjekte wie Stuttgart 21 schaffen. Darauf wird anschaulich hingewiesen.

Richard Färber am 02.05.2007 13:14

Ich habe den Film letzten Freitag gesehen und fand ihn sehr eindrucksvoll. Anwesende EisenbahnerInnen wie auch Nahverkehrsspezialisten haben mir hinterher bestätigt, dass die Lage tatsächlich so ist, wie im Film dargestellt, und dass es höchste Wisenbahn ist, mit vereinten Kräften den Privatisierungswahnsinn zu stoppen.

Filmkritiker am 02.05.2007 16:20

Ich steh mehr auf Action-Filme, politische Sachen sind nicht so mein Ding.

bigbug21 am 03.05.2007 14:23

Hallo Uli,
ein paar Widersprüche zur Schnellfahrstrecke Nürnberg--Ingolstadt--München: Die fahrplanmäßige Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei bis zu 165 km/h (170,8 km in 62 Minuten, real bis zu 55), die Fahrzeitverkürzung zwischen ca. 30 und 60 Minuten, eine Privatfinanzierung hat es nach 2001 nicht mehr gegeben, die Gesamtkosten liegen bei rund 3,7 Milliarden Euro, davon 1,1 Milliarden Euro auch aus Mitteln der Bahn.
Leider scheint weder in dem Film noch in vielen Bereichen der öffentlichen Diskussion bewusst oder unbewusst mit falschen Karten gespielt zu werden.
Mehr am Wochenende, wenn ich die Zeit finde, ausführlicher zu schreibenb.
Viele Grüße aus Dresden
Peter

bigbug21 am 06.05.2007 22:18

Hallo Thomas,
herzlichen Dank für deine offenen Worte.
Ich gebe dir voll und ganz Recht, wenn du sagst, dass ich konkrete Argumente einbringen soll und nicht pauschal daherreden sollte.
Ich bin im Moment dabei zu gucken, wo ich den Film einmal in aller Ruhe ansehen und mir Notizen machen kann. Bei öffentlichen Vorführungen möchte ich nur ungern mit dem Laptop Thesen mitschreiben und einen Film, den ich eher als Propaganda denn als Dokumentation bezeichnen würde, werde ich mir auch nicht kaufen.
Sollte jemand in diesem Forum über eine Kopie verfügen, können wir gerne ein Treffen vereinbaren, gemeinsam den Streifen gucken und dann im Anschluss gleich gucken, was wir an Ort und Stelle diskutieren können.
Viele Grüße
Peter

Andreas am 07.05.2007 09:25

Hallo Peter, ich habe die DVD und wohne in DD. Wir können uns den Film gern mal zusammen anschauen. schoenherr.andreas()web()de Grüße, Andreas

bigbug21 am 08.05.2007 09:38

Hallo Andreas,
herzlichen Dank für deine Einladung. Ich melde mich gerne gleich im Anschluss bei dir per E-Mail. Vielleicht finden sich noch weitere Interessierte?
Viele Grüße
Peter

ibagznarf am 10.05.2007 15:30

Peter, schau dir den Film wirklich mal mit andreas an. Vielleicht hängst du dich dann nicht an Banalitäten wie Durchschnittsgeschwindigkeiten auf. Im Kern geht's wie oben erwähnt nicht darum. Wenn du mal mit Bahnmitarbeitern redest, wird dir das im Film gesagte vielfach bestätigt. In sofern ist der Vorwurf der Propaganda totaler Quatsch! Insofern glaub ich, solltest du dich auch mal abseits der zunehmend neoliberalen Unilehre informieren und diese kritischer hinterfragen.

bigbug21 am 10.05.2007 19:59

Hallo ibagznarf,
Wie ich oben schon schrieb, geht es mir nicht um die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke. Vielmehr ist Aussage zum Abzweig Reichswald, die im ersten Drittel des Films getroffen wird, sachlich offenbar unbegründet.
Propaganda ist der Film insbesondere auch deshalb, da er konsequent nur eine Seite beleuchtet und gezielte Informationen so zurechtbiegt, dass die Thesen der Macher untermauert werden. Dabei werden nicht nur Argumente, die für eine Kapitalprivatisierung sprechen, ausgeblendet, sondern schlicht komplexe Zusammenhänge soweit vereinfacht und zurechtgeschnitten, wie man sie gerade braucht.
Im Übrigen würde ich durchaus die sachliche Aussagekraft von Aussagen von Mitarbeitern an der Basis zu komplexen Themen wie einer Kapitalprivatisierung bestreiten. Natürlich wird ein Rangierer, dessen Rangierbahnhof abseits des Knotenpunktkonzeptes von Railion ist, sagen, dass in den letzten Jahren alles schlechter geworden ist. Dass die Knoten dagegen brummen und die Transportleistung im Jahresvergleich zweistellig steigt, sieht er natürlich nicht. Wie auch? So mies, wie die DB nach innen und außen oftmals informiert...
Ich bin auf die Sichtung mit Andreas gespannt und warte auf Nachricht.
Viele Grüße
Peter

Andrea am 11.05.2007 13:26

Der Film war gut aufbereitet - nur leider sehr einseitig recherchiert. Irgendwie hat man vergessen, die andere Seite zu Wort kommen zu lassen. Es gibt viele Argumente für eine Privatisierung. Doch mit Propaganda eine Meinung durchsetzten zu wollen, ist, glaube ich, der falsche Weg. Die Schweiz nimmt in Europa sowohl politisch als auch wirtschaftlich gesehen eine Sonderstellung ein. Wie im Film erwähnt, ist die zu bedienende Fläche viel kleiner. Das Netz kürzer und demnach billiger zu bewirtschaften. Der Staat subventioniert, das Konzept wird von der Bevölkerung unterstützt und nicht wie in Deutschland stets kritisiert. Dennoch werden auch in der viel gelobten Schweiz unrentable Verbindungen eingestellt. http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/sfdrs/schweizweit/78839/index.html Auf der Verbindung Nürnberg-Sachsen wurde zwar der IR eingestellt, aber es wird auch viel getan. 2008 sollen die Züge wieder geneigt, stündlich und mit Zeitersparnis durchfahren. Ständig werden Investitionen und Modernisierung verlangt. Doch wo soll denn das Geld herkommen? Vom Staat und Steuerzahler etwa? Geld aus privaten Kapitalmärkten kann erst durch eine vollständige Privatisierung der Bahn gewinnbringend eingesetzt werden, denn dann wird nicht in ein habstaatliches Unternehmen investiert.

Fragesteller am 12.05.2007 08:01

Der Film ist nicht schlecht. Die Aussagen zeugen von Insiderkenntnissen. Leider ist aber auch wahr, dass die Darstellung sehr, sehr einseitig ist. Eine Schlussfolgerung aus diesen Film zu ziehen ist dadurch unmöglich.Dazu müsste man auch mal eine andere Meinung hören. Diese wurden im Film (bewusst?)weggelassen. Warum eigentlich? Will man eine gewünschte Schlussfolgerung manipulieren?

Carl-Friedrich am 12.05.2007 11:59

Die Argumente der Befürworter einer Privatisierung sind in der Öffentlichkeit selten zu hören. Für den Film wollte sich niemand zur Verfügung stellen, um sie vorzutragen, so die Aussage der Filmer am Filmende. Das müsste erstaunen, ist doch die Privatisierung angeblich ausgemachte Sache und gesellschaftlicher Konsens. Das alles also weitgehend ohne Argumente? In der Tat war es in der Vergangenheit der Coup derer, die von der Privatisierung profitieren werden, den Börsengang ohne gesellschaftliche Debatte in die Regierungskreise zu tragen. Die SPD-Fraktion beklagt sich bis heute, dass es zur Bahnprivatisierung weder ein Parteibeschluss noch eine interfraktionelle Debatte gab. Über Gerhard Schröder, den Mehdorn-Freund und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden der Gazprom (die Gazprom möchte gerne DB-Anteile kaufen) und über Otto Wiesheu, den früheren bayrischen Verkehrsminister und heutigen DB-Vorstand kam das Vorhaben in den Koalitionsvertrag. Seitdem wurde nur das „wie“ diskutiert. Es ist der Verdienst des Filmes, die Debatte zum „ob“ endlich aufgemacht zu haben. Die Privatisierungs-Befürworter reagieren empfindlich: Wo sie können, versuchen sie vorgebrachte Argumente zu diskreditieren, auch in den Diskussionsforen dieser Seite. Eigene Argumente trifft man weiterhin selten. Die Seite MeineBahnDeineBahn.de hat sie einmal gesammelt, was sehr zu respektieren ist. Wer sich da durchliest, und das geht schnell, dem wird allerdings klar, warum man damit nicht hausieren gehen kann.

Steffi am 14.05.2007 11:38

Hallo Carl-Friedrich, Wenn keiner gefragt wird, kann auch keiner zu Wort kommen! Hab mir die Seite www.meinebahndeinebahn.de eben mal angeschaut. Find sie eigentlich ganz gut und bei vielen Argumenten bin ich gleicher Meinung. Hausieren sollte man damit auch nicht gehen - sondern die genannten Vorteile und Argumente als Grundlage für eine konstruktive Diskussion (auch auf dieser Seite) nutzen! Viele Grüße, Steffi

producer am 16.05.2007 11:27

einseitiger film? wir haben versucht bahnprivatisierungs befürworter vor die kamera zu bekommen. doch dies ist trotz mehrfacher anfragen immer wieder negativ entschieden worden. wir hätten es toll gefunden die argumente von herrn mehdorn oder tiefensee im film zu zeigen und darauf zu antworten. soviel stärke haben wenige sich ihren kritikern auch noch vor die kamera zu stellen. konkret wir wurden aus der bilanzpressekonferenz ende märz ein tag vor der veranstaltung wieder ausgeladen. soviel zur einseitigkeit. gruss uli- mit produzent den films

Carl-Friedrich am 16.05.2007 13:37

Hallo Steffi, findest Du, dass hier keine konstruktive Diskussion stattfindet? Dann begründe das doch bitte, so wie es da steht, ist es nur eine unfaire Unterstellung. Nimm doch mal die "eigentlich ganz guten" Argumente und der genannten Seite und entgegne auf Beiträge in dieser Diskussion!

Steffi am 16.05.2007 15:42

Hallo Carl-Friedrich, ich habe niemandem etwas unterstellt, aber du mir gerade! Hier gehts um den Film - und mein Statement dazu habe ich bereits abgegeben. Viele Grüße, Steffi

Ulrike am 17.05.2007 18:06

Habe jetzt den Film gesehen. Er gefällt mir aber nicht so sehr.

Heiko am 21.05.2007 14:33

Als Unterstützer habe ich die DVD mit der 75 Minuten Version bekommen. Nach den ersten zwanzig Miunten verliert der Film deutlich an "Zug" und ergiebt sich in Einzelheiten: Schicksal der Rangierer, Mehrfach die Schweiz loben, sehr langes Loblied auf die UBB ... Peinlich finde ich einige der Spielszenen (Nürnberg - Dresden schallalalala, Bahnschalter Witzenhausen ...) Ingesamt durchaus informativ, aber ungeeignet für eine weite Verbreitung. Meines Erachtens werden mehr die Gegner nochmals mit Argumenten bedient als Unentschlossene überzeugt. Als Aufreger funktioniert das Thema trotzdem wie die bisherigen Vorführungen in der Schule zeigten (Sozialkunde mit Thema "Privatisierung?!").

Jürgen am 22.05.2007 12:32

Liebe Andrea und alle anderen, vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich stimme Dir zu: Mit Propaganda eine Meinung durchsetzen zu wollen, ist der falsche Weg. Wie hier bereits zu lesen war, wurden auch die Befürworter des Börsengangs für den Film angefragt, lehnten jedoch einen Beitrag ab. 71 Prozent der Bevölkerung haben sich für den Verbleib der DB in öffentlicher Hand ausgesprochen. Wenn diese deutliche Mehrheit der Bevölkerung von Politik, Wirtschaft und Medien, überwiegend verschwiegen, ja sogar bewusst gegen diese öffentliche Meinung agiert wird, tut es dringend Not, darauf hinzuweisen. Von Propaganda kann da wohl kaum die Rede sein. Du fragst, woher das Geld kommen soll. In der Tat trägt der Staat dafür Verantwortung (GG Artikel 87 e). Im Übrigen werden auch Straße, Luftverkehr etc. subventioniert. Und Herr Mehdorn wäre gut beraten gewesen, anstatt Milliarden in Flugfracht und Straßengüterverkehr in Nordamerika und Asien zu verschieben, die Gleise in Schuss zu halten. Dann würden wir alle deutlich pünktlicher ans Ziel kommen. In welchem Land der Welt wird denn eine gewinnbringende private Bahn betrieben? Englands Bahnprivatisierung war eine Katastrophe, in Estland hat der Staat die Bahn zurück gekauft, in Argentinien wurde nach der Privatisierung in wenigen Jahren das Bahnnetz fast vollständig vernichtet. Es geht nicht immer um schwarze Zahlen. Im GG tauchen zurecht die Begriffe „Verkehrsbedürfnisse“ und „Wohl der Allgemeinheit“ auf. Gespannte Grüße von Jürgen

Stefan am 24.05.2007 10:56

Ich habe den Film kürzlich zum dritten Mal gesehen. Ich gebe zu: Beim ersten Sehen des Films war ich enttäuscht. Ich fand ihn langatmig, manchmal zu polemisch. Das war die Premiere in Berlin. Danach wurde er noch fertig geschnitten und z.B. um Texttafeln ergänzt. Beim zweiten Sehen fand ich ihn so viel informativer und klarer. Und jetzt habe ich ihn ein drittes Mal gesehen, und manche Dinge werden mir erst jetzt wirklich klar. Mehrfaches Sehen lohnt - es ist wirklich viel Stoff in 75 Minuten, dass passt nicht alles in den Kopf rein. Wer die DVD kauft (hier auf der Seite gibt es einen Link bei Deine Mithilfe - Deine Materialien), kann ja auch einzelne Stücke wiederholt anschauen oder den Film nicht in voller Länge, sondern in appetitlichen Portionen genießen. Und wenn dann noch Fragen offen sind, hilft ja diese Website weiter :-)

Oskar am 24.05.2007 11:41

An Stefan: Super, wenn ich mir einen Film dreimal ansehen soll um ihn zu verstehen bzw. damit er dann klarer wird, dann ist ja wohl irgendwas schiefgelaufen. Aber genau, kauf dir mal die DVD, und zieh ihn dir noch zehnmal rein. Mal schauen, was du dann noch alles zu berichten hast.

Stefan am 24.05.2007 19:12

Hallo Oskar, das Thema Bahnprivatisierung ist echt sehr komplex - und manche werfen "Bahn unterm Hammer" vor, noch gar nicht alle Aspekte beleuchtet zu haben. Es geht ja nicht um einen platten Spielfilm, sondern um eine Dokumentation. Nach dem ersten Sehen hatte ich vieles erfahren und einen starken Eindruck gewonnen (und das habe ich auch von vielen anderen gehört); das zweite Sehen hat mir noch mehr Erkenntnisse gebracht.

Peter Held am 21.06.2007 23:17

Habe heute zum ersten Mal über artour (MDR) von diesen Aktionen gehört. Alles was ich bis jetzt auf diesen Frames und seiten lese, könnte ich sagen: Habt Ihr in meinem Kopf gGedanken gelesen und mir alles geklaut? Es ist aber schön zu sehen, dass viele ander die gleichen Gedanken haben. Ich bin 73 und mit der Bahn aufgewachsen (Vater Lokführer, selbst auch Bahner) Manchmal könnte man heulen, wie ein Massenverkehrsmittel durch ständige "Mehdornsche Verbesserungen" verhackstückt wird.

bigbug21 am 22.06.2007 09:37

... und sich trotzdem beachtlich entwickelt, wenn man sich die Statistiken zur Verkehrsleistung in den verschiedenen Bereichen anschaut ... Noch dazu haben wir nun nicht nur den größten, sondern auch den zweitengrößten Logistiker der Welt im Lande sitzen. Ist das so falsch?
Viele Grüße
Peter

Holger am 25.06.2007 11:22

Gut, dass es den FIlm gibt. Leider hat er einige unnötige handwerkliche Schwächen. So werden die beispielsweise 6.4 Billion Pound mit 6 Milliarden Pfund übersetzt und nicht mit 6,4 Milliarten Pfund oder zwar richtigerweise von der Verengung auf zwei Gleise in Nürnberg gesprochen, aber man sieht immer die zwei anderen Gleise aus dem fahrenden Zug, sodaß der Eindruck entsteht, es gäbe zwei weitere Gleise. Sowas hätte man vermeiden sollen. Inhaltlich finde ich schade, dass das eigentliche Problem der internen, politisch gewollten Verschiebung von Geldern hin zu defizitären Neubaustrecken viel zu wenig thematisiert wird. Denn da steckt das eigentliche Problem.

bigbug21 am 25.06.2007 19:34

Am Abzweig Nürnberg-Reichswald laufen tatsächlich vier Gleise, mit S-Bahn sogar fünf bzw. (zwischen Feucht und Fischbach) sechs. Zwei Gleise laufen Richtung Ingolstadt (Neubaustrecke), zwei Richtung Regensburg. In der anderen Richtung laufen laufen zwei zum Hauptbahnhof und zwei zum Güterbahnhof. Die Mehrzahl der Züge aus Regensburg sind Güterzüge.
Der Film verzichtet hier, wie an so vielen anderen Stellen, auf eine differenzierte Betrachtung und stellt die Dinge einseitig dar, wie man es gerade braucht.
Ich denke, das ist das grundlegende Problem auf dem ganzen Streifen.
Viele Grüße
Peter

Carl-Friedrich am 27.06.2007 14:25

Hallo Peter/bigbug21, in dem Film ging es an einer Stelle darum, dass die DB die Infrastruktur vernachlässigt, was mittlerweile auch der Bundesrechnungshof festgestellt hat, und gleichzeitig mit Milliarden des Bundes Prestigeobjekte baut, die mit der Flächenbahn nur schlecht vernetzt sind. Am Beispiel "Fischbach" wurde veranschaulicht, dass es beim Ausbau der ICE-Strecke München-Nürnberg ein Flaschenhals belassen wurde. Alles einseitig und undifferenziert? Nach Deiner Darstellung könnte der ICE also im Falle eines vorausfahrenden Zuges auf den Gütergleisen oder dem S-Bahn-Gleis überholen. Mir scheint das wenig plausibel... Aber die Erfahrung mit Deinen vielen Beiträgen auf den anderen Listen auf dieser Seite zeigt ja auch, dass es Dir ja gar nicht um echte Diskussion geht, sondern darum, Deine Mitdiskutierenden in ein schiefes Licht zu stellen. Und das wirft wiederum ein ganz besonderes Licht auf Dich und diejenigen, die derlei nötig haben. Eine Privatisierung ist kein Ponyhof. Neben vielen potentiellen Verlierern unter all denen, die auf die Bahn und eine intakte Umwelt angewiesen sind gibt es auch potentielle Gewinner. Und als Gewinn winkt nicht ein Preis für besondere fachliche Reputation im Verkehrswesen bei Diskussion auf einer Liste. Der hunderttausendste Anteil an dem Vermögen, das verschleudert werden soll, hat immer noch sieben Stellen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Carsten am 27.06.2007 18:53

In den Kulturmagazinen von 3sat und MDR liefen Besprechungen zum Film. Schaut mal hier: http://www.mdr.de/artour/4594666.html

DeineBahn-Redaktion am 27.06.2007 21:40

Diese Diskussion lief nun viele Tage lang mit vielen interessanten Beiträgen. Sie wird nun geschlossen. Vielen Dank für Deine Beiträge!

Wir wollen die Diskussionen auf DeineBahn.de künftig an aktuellen Themen orientieren, um frischen Argumenten mehr Chancen zu geben. Wir laden zu diesen aktuellen Diskussionen ein:

Was ist Schienenverkehr im Allgemeinwohl?

Ist so etwas wie das Eigentumssicherungsmodell schon einmal gescheitert?