Der Klimaschutz wird zur brisanten Notwendigkeit – darf die Regierung die Kontrolle aus der Hand geben?
Statt mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, nahm seit der Bahnreform der Kfz-Verkehr auf der Straße zu. Die Verkehrsleistung im Fernverkehr der Bahn AG ist auf dem Stand von 1993. Mit der weiteren Privatisierung wird diese Entwicklungen fortgesetzt.
Angesichts der absehbaren Klimakatastrophe ist es völlig unverständlich wie Menschen die 1+1 zusammenzählen können (zumindest so tun als ob) sich gegen eine Bahn in öffentlicher Hand entscheiden wollen. Das riecht ganz stark nach Lobbyismus der Autoindustrie. Das ist keine nachhaltige, bürgerorientierte Politik, sondern stark an wirtschaftsinteressen bestimmte Ausrichtung. Wohin das führt können wir mittlerweile schon spüren. Die in den klimatisierten Büros und Autos vermutlich noch nicht. Leider.
Die ehemaliges Bundesbahn hat über lange Jahre einen Rückzugskampf mit stetig sinkenden Marktanteilen im Personen- und Güterverkehr geführt. Seit etwa vier Jahren gelingt die Trendwende, sei es aufgrund der Privatisierung, der Marktöffnung oder eben marktgerechter Angebote und Preise oder Lkw-Maut bzw. Benzinpreisen. Die Schiene war im vergangenen Jahr im Güterverkehr der am schnellsten wachsende Verkehrsträger und auch der Personenverkehr nahm kräftig zu. Wer trotz dieser höchst positiven Entwicklung von einem Niedergang der Schiene spricht oder bewusst (durch einen Vergleich 1993 <=> 2006) Fakten ausblendet, diskutiert mit höchst zweifelhaften Methoden. Viele Grüße Peter
Nirgends wird so geheuchelt wie beim Umweltschutz. Auch hier wird der Umweltschutz nur instrumentalisiert.
Hallo Horst, das würde ich nicht sagen! Emissionsziele, Kyoto-Protokoll, stetig strengere Abgasnormen für Pkw und viele andere Schritte sind konkrete Beiträge dafür, dass wir eine lebenswerte Welt den nächsten Generationen hinterlassen. Natürlich könnte es an so vielen Ecken schneller gehen, aber alles in allem können wir, denke ich durchaus, stolz auf unsere Republik sein, was wir auf die beine gestellt und bewegt haben. Viele Grüße Peter
H.D. Hallo bigbug21, Zitat:"Die ehemaliges Bundesbahn hat über lange Jahre einen Rückzugskampf mit stetig sinkenden Marktanteilen im Personen- und Güterverkehr geführt."Zitat ende. Ihre Argumentation erzeugt bei mir nur kopfschütteln. Man kann gegen oder für eine Bahn in Privatbesitz sein, dann sollte man aber auch dazu stehen! Viele Grüße H.D.
Hallo HD,
Ich sehe den Punkt in Ihrer Kritik nicht. Was ich sagen möchte: Trotz (oder gerade wegen?) der Privatisierung der Deutschen Bahn, verbunden auch mit einer Marktöffnung und dergleichen, ist die Trendwende im Modal split gelungen -- die Marktanteile der Scheine steigen. Bitte erläutern Sie, was an meiner Argumentation Kopfschütteln bei Ihnen hervorruft. Besten Dank. Viele Grüße aus DresdenPeter
Hallo, ich bin teilweise geteilter Meinung was die Privatisierung anbelangt.Ich bin seit Jahren Bahnkunde und muss jetzt schon mit ansehen wie Herr Mehdorn Strecken und Bahnhöfe stillegt. Was ich damit sagen will ist das jetzt schon die DB ihre Strecken abbaut und nicht wie es früher war an jeder "Mülltonne" gehalten wurde. Es sind somit Millionen von Pendler(Arbeitnehmer, Schüler etc. gezwungen mit dem Auto zufahren. Also die Politik geht doch jetzt schon eindeutig in die andere Richtung!! Wie sollen wir da den Verkehr was richtig wäre, wieder auf die Schiene umleiten? Und deswegen meine geteilte Meinung zur Privatisierung. In vielen Städten und Gemeinden haben private Betreiber stillgelegte Strecken wieder eröffnet und fahren sogar Gewinne ein, da das Konzept von der Bevölkerung angenommen wird. Auch kann man stillgelegte Bahnhöfe mit dem richtigen Konzept wirtschaftlich betreiben. Desweiteren wird und wurde ja bei der Bahn trotz noch nicht Privatisierung Personal abgebaut. Züge und Schienen werden nicht mehr ausreichend gewartet, Züge haben ständig Verspätung oder fallen wegen technischem Defekt aus. Das einzige was einigermassen fährt (wird ja auch bei mehr als 1 Stunde Schadensersatz gezahlt) ist der Prestigezug ICE. Jetzt mal etwas provokativ gefragt: was soll sich bei einer "sinnvollen" Privatisierung gravierend verschlechtern? Viele Grüsse ein ständiger Bahnfahrer
Lieber Namensvetter Jürgen, Deine Beobachtungen zum Abbau bei Personal, Bahnhöfen, Strecken etc. sind vollkommen richtig. Allerdings sind sie eben darauf zurückzuführen, dass Mehdorn seit Jahren bereits einen Privatisierungskurs fährt. Die Probleme der Bahn gehen zu einem großen Teil genau darauf zurück: - Das Schienennetz wurde nicht ausreichend in Schuss gehalten, so dass durch Langsamfahrstellen in 2006 im Schnitt jeder vierte Schnellzug verspätet ans Ziel kam. Grund sind Einsparungen, um eine "Super-Bilanz" für den Börsengang zu präsentieren. Diese Praxis wurde vor kurzem auch vom Bundesrechnungshof kritisiert. Zudem werden Bahnkunden damit verprellt. - Laut Kiotoprotokoll müssen die CO2-Emissionen in der EU von 1990 bis 2012 um 8 % gesenkt werden. Der Verkehrsbereich hat seine CO2-Emissionen in Europa aber seit 1990 um über 20 % erhöht. Was bei der Privatisierung der Bahn schlechter würde, zeichnet sich bereits jetzt ab: Statt den Schienenverkehr nach vorne zu bringen, will Mehdorn "Global Player" werden. Er kauft weltweit LKW-Speditionen auf und steigt in den Bereich Luftfracht ein. Das entspricht nicht dem Verfassungsauftrag und schädigt obendrein unser Klima. Hier muss der Bund als 100%iger Eigentümer dafür sorgen, dass die Bahn attraktiven Schienenverkehr anbietet. Das geht aber nur, wenn die Bahn auch in öffentlicher Hand ist, wie wir am Beispiel der Schweiz sehen können. Anderenfalls verlieren wir das klimafreundlichste Verkehrsmittel an irgendwelche Großkonzerne, denen es nicht auf Klimaschutz und unsere Mobilität, sondern auf Rendite ankommt. Beste Grüße Jürgen
An Jürgen 02.04.07 Das stimmt ja alles, aber daran ist verdammt nochmal nicht Mehrdorn alleine Schuld. Zur Stilllegung einer Strecke ist noch immer nur das Eisenbahnbundesamt befugt. Und das kann sich auch die DB nicht mehr leisten, an jeder Mülltonne zu halten, weil die Politik die Straße überproportional fördert als die Schiene. Und noch was. Lieber die Streckenabbauen als das irgendwelche Kriminellen Elemente die Strecken in einer Nacht und Nebel Aktion abbauen. Sicher das ist ärgerlich, aber anderst ist dem Diebstahl nicht mehr beizukommen. Und auch die Anliegergemeinden an Strecken haben teiulweise lieber einen Radweg als eine intakte Schienenanbindung, was für mich unbegreiflich ist. Du musst dich unbedingt mal mit dem Thema Wiehltalbahn beschäftigen, da siehst erst wie es wirklich aussieht. Wenn du dich damit beschäftigst bleibt dir die Luft weg. Ehrlich, ein Verkehrspolitischer Treppenwitz. Typisch NRW-Wittke-Verkehrspolitik. Das mit den Privaten betreibern funktioniert auch oft nur durch die Initiative von Eisenbahnvereinen. Die DB muss sich an Vorgaben halten und wird aufgrund ihrer Struktur oft anders bewertet, bzw. unbewusst benachteiligt. Private restellen ein Konzept und dann entweder es funktionier oder nicht. Und da ist auch der Besteller in der Verantwortung, denn die DB muss sich an diese Verträge halten und wenn diese unwirtschaftlicher Natur sind bleibt nichts anderes übrig als der "Letzte Zug". Und du solltest dich mal informieren. Die DB hat mit die modernsten Fahrzeuginstandhaltungs Werke die es gibt. Als Bsp. wäre das AW Dessau zu nennen. Die Fahrzeuge der DB werden gut und ausreichend gewartet und du darfst nicht vergessen das die DB Triebfahrzeuge hat, die dieses Jahr ihr 50 (!) Jahre Jubiläum auf Schienen feiern und noch aus dem Zeitalter der Bundes- bzw in der DDR Reichsbahnzeit stammen. Das Triebfahrzeuge verrecken kann passieren, oder ist noch nie ein Auto verreckt? Die DB hat mit dieser Politik keine Chance.
Die Politik der DB-AG ist nicht nachvollziehbar. Es ist die Aufgabe der Bahn, und das seit über 170 Jahren, Personen und Güter zu befördern und nicht an die Börse zu gehen. Diese beförderungspflicht wird von den Mannagern der Bahn vergessen. Milliarden werden ausgegeben um eine Neubaustrecke von Erfurt nach Bamberg zu bauen, die vielleicht 2015 oder später in Betrieb geht. Dazu passend werden bestimmte Gebiete vom Fernverkehr abgkoppelt. Von Gera und Zeitz konnte man früher nach Berlin und bis auf die Insel Rügen fahren ... jetzt geht ohne Umsteigen nichts mehr. Die Preise steigen ständig. Das Hopperticket von 4,50 Euro auf 6 Euro, das ist eine Steigerung von 25%, das Wochenendticket hat einmal 15 DM für 2 Tage gekostet, jetzt kostet es über 30 Euro für nur einen Tag. Man könnte meinen, die DB-AG will keine Fahrgäste mehr haben. Die Bahn redet nur vom Umweltschutz, es war passend für die DB-AG, dass zur Problematik der Klimaerwärmung und der Diskussion über Tempolimit auf den Autobahnen die Bahn die Preise erhöhen will. Danke Deutsch Bahn!
Hallo Herr Franz,
Danke für Ihren Beitrag. Kurz dazu ein paar Eckpunkte:
- Die Beförderungspflicht im öffentlichen Personennahverkehr wird durch den Staat über Regionalisierungsmittel sichergestellt. Am Personennahverkehr wird sich durch einen Börsengang der Bahn nicht das Geringste ändern. Mal davon abgesehen weiß natürlich auch die Deutsche Bahn, dass Fahrgäste ein ganz wichtiger Teil des Geschäftes sind, ohne die vieles nicht geht.
- Ferner sind auch die Preise im Regionalverkehr Sache der Besteller, also Länder und Kommunen. Auch an diesen Zuständigkeiten wird ein Börsengang nichts ändern.
- Die Neubaustrecke Ebensfeld--Erfurt wird ab 2015 für eine dramatische Reduzierung der Fahrzeiten zwischen vielen Großstädten und -räumen sorgen; Berlin--München in weniger als vier Stunden und dergleichen. Zusätzlich entstehen somit neue Kapazitäten für den Güterverkehr, die wir bis dahin wohl auch dringend brauchen werden, setzt sich die momentane Entwicklung auch nur in gedämpfter Form fort.
Natürlich wäre es, darüber hinaus, toll, wenn man von Hintertuxingen in die Hauptstadt ohne Umsteigen fahren könne. - Herr Mehdorn wird in verschiedenen Medienberichten der letzten Tage mit den Worten zitiert, dass Preiserhöhungen im Personenverkehr für die Bahn 2007 kein Thema seien. Bitte informieren Sie mich, woher Sie die von Ihnen angesprochene Preiserhöhung entnommen haben.
Grundsetzlich darf die Politk das gesamte Unternehmen Bahn nicht verhökern. Das wäre Umweltpolitisch und Verkehrspolitisch der SuperGau, oder so ähnlich wie Tschernobyl. Das ist zwar überspitz, aber es stimmt. An der heutigen Lage der Bahn AG ist die Politik schuld. Es is ja ganz nett zu sagen mehr Verkehr auf die Schiene. Aber mit dieser Verkehrspolitik ist die Bahn nicht gebessert. Wenn solche Leute wie Wittke Verkehrsminister werden können kann es nicht schlecht um das Klima bestellt sein. Denn dieser Mann ist wirklich der Straßengott in Person. Seit Gründung der BRD musste die Bundesbahn alles alleine ausbaden, dass heute sind die Folgen dessen. In den 80er Jahren hat ein Denkwandel eingesetzt, leider etwas zu spät. Denn viele Strecken im Nahverkehr waren schon platt. Die heutige Verkehrspolitik ist ausbau fähig. Es ist und bleibt Fakt: Die Bahn ist und bleibt zunächst das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Da kann der Bundesverband Deutscher Omnibussunternehmer schreiben was er will. Logisch, der Bus ist im Stadtverkehr umwelt freundlich (wobei ich selbst da nicht immer sicher bin). Aber die Vorteile der Bahn liegen In der Zuglauflänge und der der Auslastung. Je ausgelasteter der Zug, desto weniger Co² fällt pro Kopf aus. Dass ist der Vorteil der Bahn vor allem im Fernverkehr. Aber dass das die Autolobby nicht versteht. (oder nicht will). Die Bahn ist umweltbewusst, auch wenn das manchmal koriose Blüten treibt. Zumal die Bundesbahn sich nicht gerade freiwillig aus der Fläche verabschiedet hat. Sie war vielmehr durch die Regierung gezwungen. Der Schienenverkehr gesamt ist leicht ruckläufig. Aber in diesem rückläufigen Markt konnte die Bahn zulegen. (Quelle DB Welt/ Konzerzeitung) Also ist es doch etwas zweifelhaft bestellt um die Schiene.
Liebe Leute, ich weiss nicht, ich weiss nicht! Vor dem Mauerfall hiess es einvernehmlich: nee, son Staatszeug, das ist ja voll unfrei, wollen wir nicht, auch kein Staatseigentum, wollen wir lieber alles verjuxen, nach uns die Sintflut. Nebenbei war das gut 20 Jahre nach den Veröffentlichungen des Club of Rome. Jetzt soll es aber doch wieder der Staat richten. Da fragt man sich nun: was denn jetzt? Ganz Staat, oder nur bei der Bahn, oder wie? Und was ist denn der Staat eigentlich? Ich halte dafür, dass gerade diese Frage des Gemeineigentums und auch des gemeinschaftlichen Umweltschutzes leider mit dem Gemeinschaftsverständnis der Bevölkerung verknüpft ist, und um das steht es augenblicklich nicht gut - Stichwort Individualisierung. Auch ich fahre viel Bahn und würde mich über ein weniger dreist (oder sogar unverschämt) auftretendes Hökertum (z.B. druckt euch die Fahrkarten selbst, dann zahlt ihr nicht nur den überteuerten Bahnpreis, sondern auch noch Internetkosten, Papier, Drucker, GEZ, PC, Kreditkartengebühr, Kontoführungskosten usw usw) sehr freuen, aber der Zug scheint einstweilen abgefahren.
Will die Gesellschaft bzw. der Staat eine nachhaltige Umweltpolitik gestalten, ist es geradezu idiotisch die Bahn als zentrales Instrument zu verschleudern! Wir brauchen eine allgemeine Wende in der Verkehrspolitik, die darauf abzielen sollte den öffentlichen Verkehr im allgemeinen und den Ausbau des spurgeführten Verkehrs im Besonderen zu forcieren. Ziel sollte ein integraler verkehrsträgerübergreifender Taktfahrplan sein, der es jedem ermöglicht annähernd genauso individuell mobil zu sein wie mit einem Auto. Das kann nicht mit einer Börsen-DB als Globalplayer realisiert werden, sondern nur unter der Regie der öffentlichen Hand und ist für eine zukunftsorientierte und ökologische Verkehrswende unentbehrlich. Die angebliche Trendwende im Modalsplit bleibt mir hier noch verborgen. Der Güterverkehr profitiert durch das allgemeine Wachstum des Güterverkehrsaufkommens- der Anteil am Verkehrsmarkt ist aber nur unwesentlich gestiegen. Im Personenverkehr hat die Bahn geschickt nicht zahlende Reisende wie eigene Mitarbeiter, Parlamentarier oder Wehr- und Zivildienstleistende fleißig mit in die Statistik gezählt. Zuvor und noch bei anderen europäischen Bahnen werden diese nicht als Fahrgäste betrachtet. Erst seit Mehdorn ist es gang und gebe und half den Modalsplit zu halten und Fahrgasteinbrüche zu verschleiern. Auch das PRIMON- Gutachten bescheinigt keinem der fünf Privatisierungsmodellen Erfolg auf Zuwachs der Anteile am Verkehrsmarkt. Daher ist die Privatisierung egal welcher Art aus ökologischer Sicht strikt abzulehnen.
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Was ist Schienenverkehr im Allgemeinwohl?
Ist so etwas wie das Eigentumssicherungsmodell schon einmal gescheitert?











johannes am 21.03.2007 15:58
Die Abgeordneten sollten noch einmal nachdenken: Umweltschutz einfordern und dieses wichtige Instrument aus der Hand geben passt nicht zusammen!