| 1835 "Ludwigsbahn" Nürnberg - Fürth |
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Erste öffentliche Dampfeisenbahn in Deutschland. Schneller Aufbau des Eisenbahnnetzes mit überwiegend privaten Eisenbahnen. Netzlänge 1855: 8300 km; 1873: 26 000 km.
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| 1871 bis 1878 Gründerboom und Gründerkrach |
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1873 Bankrott vieler privater Eisenbahngesellschaften. Die öffentlichen Eigentumsformen setzen sich durch.
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| 1920 Gründung der Deutschen Reichsbahn |
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1905 Länge des Netzes 56 000 km (heute: 34 000 km).
1925 bis 1929: Bisher höchste Transportleistungen der deutschen Bahnen. Gewinne der Reichsbahn werden zur Bezahlung der Reparationen eingesetzt.
1933 bis 1945: Reichsbahn ist Teil der NS-Kriegspolitik und Transporteur für den Holocaust.
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| 1949 bis 1990 geteilte Eisenbahn |
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DDR: Umfangreiche Lieferungen von Schienen an die UdSSR als Kriegsentschädigung. Reichsbahn-Netz 1990 in sehr schlechtem Zustand. Netzlänge 1949:
14 270 km, 1990: 14 000 km.
BRD: Massiver Bau von Fernstraßen zu Lasten des Schienennetzes. Die Bundesbahn schreibt ab 1960 deutliche Verluste. Netzlänge der Bundesbahn 1950: 30 500 km; 1990: 26 900 km.
Netzlänge der Autobahnen 1950: 2 100 km, 1990: 9 000 km.
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| 1990 Bundesbahn und Reichsbahn im Verbund |
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Bundesbahn und Reichsbahn bleiben bis 1994 getrennt.
1991: Heinz Dürr wird neuer Bundesbahnchef. Dürr war zuvor Vorstandsmitglied von Daimler-Benz. Er ist bis heute Eigentümer des Autozulieferers Dürr AG.
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| 1994 Gründung der Deutschen Bahn AG |
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Januar 1994: Gründung der Deutschen Bahn AG als Zusammenschluss von Bundesbahn und Reichsbahn. Die DB AG befindet sich zu 100 Prozent im Besitz des Bundes. Sie startet schuldenfrei.
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| 1999 Aufspaltung der DB AG |
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Unter dem Dach der Holding DB AG werden fünf Aktiengesellschaften gebildet: AG Netz (Trassen), AG Station & Service (Bahnhöfe), Reise & Touristik (heute AG Fernverkehr), DB Regio (Nahverkehr) und DB Cargo (Güterverkehr). DB Cargo wird dann zu Railion und mit der Bahntochter Schenker Teil des Bereichs Transport und Logistik, in dem heute das Lkw- und internationale Logistik-Geschäft dominiert.
Die Aufspaltungen erhöhen die Kosten. Es gibt gewaltige Synergieverluste. So müssen Nah-, Fern- und Güterverkehr erstmals eigene, nicht kompatible Parks mit Triebfahrzeugen vorhalten.
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| 2000 Hartmut Mehdorn wird Bahnchef |
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Der langjährige Top-Manager des Daimler-Konzerns und des Flugzeugherstellers Airbus wird Bahnchef. Laut „Focus“ mit dreifach höheren Bezügen: drei Millionen DM jährlich. Bezüge 2006: 3,18 Millionen Euro.
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| 2000/2001 Abschaffung des InterRegio |
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Der 1988 eingeführte IR entwickelt sich bis 1996 zur erfolgreichsten Zuggattung des Fernverkehrs. Er hat mehr Fahrgäste als der ICE. Mit der Abschaffung des IR werden Regionen wie die Ostseeküste, Ostfriesland und Oberschwaben weitgehend vom Schienenfernverkehr abgehängt.
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| 2002/2003 Neues Bahnpreissystem |
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Das neue Bahnpreissystem PEP verlangt: Wer preiswert reisen will, muss früh und „zuggenau“ buchen. Die BahnCard 50 wird abgeschafft. Es kommt zu den größten Einbrüchen im Fernverkehr seit Kriegsende. Die Reform scheitert. Zurück bleiben Stückwerk und Tarifwirrwarr. Die BahnCard 50 wird im Mai 2003 wieder eingeführt. Statt 140 kostet sie jetzt 200 Euro.
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| 2006 Projekt Börsengang der Bahn |
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Anfang 2006 wird dem Bundestag das PRIMON-Gutachten mit fünf Varianten zur Bahnprivatisierung vorgelegt.
Die Möglichkeit, die Bahn in öffentlicher Hand zu verbessern, wird nicht untersucht.
Das Aktionsbündnis Bahn für Alle wird gegründet. Mitglieder sind: Attac, BUND, Bahn von unten (in Transnet), Bürgerbahn statt Börsenbahn, Naturfreunde, Umkehr e.V., Robin Wood und der VCD Brandenburg.
Bilanz Bahnreform 1994-2006: Kappung des Schienennetzes um 5600 km. Verschuldung der DB AG mit 20 Milliarden Euro fast so hoch wie Ende 1993 bei der Bundesbahn. Stagnation im Personenfernverkehr, keine Anteilsgewinne im Güterverkehr. Die Fortschritte im Nahverkehr resultieren vor allem daraus, dass er zu zwei Dritteln mit Bundesmitteln finanziert wird. Der Abbau von 200 000 Arbeitsplätzen bei Bahn und Bahnindustrie ist mit großen Verlusten beim Service, mit hohen volkswirtschaftlichen Kosten und mit massiven Nachteilen für die Beschäftigten verbunden.
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| Frühjahr 2007 Kritik an Bahnprivatisierung wächst |
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Das Bündnis Bahn für Alle erweitert sich (neu: Grüne Jugend, Eurosolar, Ver.di). IG Metall und DGB fassen Beschlüsse gegen jede Art von Bahnprivatisierung. Die Transnet-Führung, die einen „integrierten Börsengang kritisch begleiten“ will, steht damit im DGB alleine da.
Premiere des Films „Bahn unterm Hammer“ in Berlin.
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| 2007 März/Mai Entwurf Bahnprivatisierungsgesetz |
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Der neue Entwurf für ein Bahnprivatisierungsgesetz sieht faktisch einen Verkauf der Bahn einschließlich der Infrastruktur vor. Verstärkte Proteste (Vorlage des Memonrandums der SPD-MdB H. Scheer und P. Friedrich). Massive Bedenken seitens Juristen und der dreier Bundesministerien, wonach der Gesetzesentwurf verfassungswidrig ist.
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| Herbst 2007 Historische Entscheidung |
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| Börsenbahn ins Abseits 2008-2023 |
Investoren (u.a. Gazprom) verlangen Maxi-Rendite
Weitere 5 000 km Schiene werden abgebaut.
Viele Regionen von der Schiene abgehängt.
Steigende Steuergelder für den Schienenverkehr
2023 fällt das Infrastruktur- Eigentum der DB AG zu. |
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| 2007/2008 Parlamentarische Denkpause (Moratorium) |
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Der Bundestag verschiebt die Entscheidung um ein Jahr.
Das neue Gutachten „Bessere Bahn - Status quo Plus“ wird erstellt: Ein optimiertes Bahnmodell in öffentlichem Eigentum orientiert an den schweizerischen SBB und an erfolgreichen deutschen regionalen Bahnen.
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| 2009 Bahnstrukturreform – Vorbild Schweiz |
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Der Bundestag lehnt den Verkauf der DB AG ab und beschließt eine Strukturreform. Schwerpunkte:
(1) Bund, Länder, Fahrgastverbände und Gewerkschaften kontrollieren die Bahn nach der Vorgabe „Mehr Verkehr auf die Schiene“.
(2) Das Management besteht ausschließlich aus Bahnkennern.
(3) Ausbau der Bahn in der Fläche.
(4) Ein einfaches Preissystem macht mit einer preiswerten BahnCard 50 das Bahnfahren wieder attraktiv.
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| 2010 Politik der Verkehrswende |
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Ölpreisanstieg auf 190 US-Dollar je Barrel. Beschleunigung des Klimawandels. Umdenken in der Verkehrspolitik.
Deutliche Verminderung des Kfz- und Luftverkehrs. EU-weite Pkw- und Lkw-Maut verlagert Transporte auf die Schiene.
Europaweiter Verbund „United Railways of Europe“ bietet erstmals europaweit koordinierten Bahnverkehr an.
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| 2019 Zehnjahresbilanz „Bahn für Alle“ |
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Ausbau des Schienennetzes von 34 000 km im Jahr 2005 auf 52 000 km im Jahr 2017. Die Zahl der Fahrgäste hat sich verdoppelt. Die Verkehrsleistungen erhöhten sich um zwei Drittel gegenüber 2008.
Die Bahn fährt mit „schwarzer Null“. 18 Millionen Menschen besitzen die BahnCard 50. Angesichts der Ölpreisexplosion feiert die Politik die Bahnstrukturreform von 2009 als weitsichtig. Prominente aus Politik und Wirtschaft legen Wert darauf, für PR-Zwecke in der Bahn fotografiert zu werden (wie dies heute in der Schweiz bereits der Fall ist).
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